Zwar ist geplant, die pauschal geltende Reisewarnung für 160 Länder am 30. September aufzuheben. Aber beinahe täglich werden vom Auswärtigen Amt in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) neue Einreise-Bestimmungen und Reisewarnungen erlassen. Den Link zur ständig aktuellen RKI-Liste mit Risikogebieten finden Sie unten.

Österreich, Türkei, Spanien: Diese Regeln gelten (Stand: 28.09.2020)

Das Auswärtige Amt bewertet die Sicherheitslage weltweit und gibt gegebenenfalls Teilreise- und Reisewarnungen für von Krisen betroffene Länder heraus. Dies bedeutet in der Regel, dass Rückkehrer sich auf das Corona-Virus testen lassen müssen und bis zu einem negativen Ergebnis in Quarantäne sind. Die gute Nachricht: Durch eine Reisewarnung wird Reisenden eine kostenlose Stornierung ihres Urlaubs ermöglicht.

  • Wegen der gestiegenen Infektionszahlen (mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner im Sieben-Tage-Durchschnitt) sind aktuell Spanien (mit den Kanarischen Inseln), Tschechien und Luxemburg komplett zu Risikogebieten erkärt worden. Damit gilt eine Reisewarnung.
  • In Österreich sind momentan die Bundesländer Tirol und Vorarlberg als Risikogebiet ausgeweisen. Für die Haupstadt Wien gilt das bereits seit dem 17. September 2020.
  • Auch für Genf (Schweiz), Budapest (Ungarn), den Großraum Lissabon (Portugal) und Amsterdam (Niederlande) gilt momentan eine Reisewarnungen.
  • In Frankreich sind seit dem 9. September 2020 davon Korsika, Auvergne-Rhone-Alpes, Occitanie betroffen. Und seit dem 24. September die Normandie, Bretagne und Centre-Val-de-Loire.
  • In Dänemark ist die Region um Kopenhagen betroffen, dazu zählt die Ferieninsel Bornholm.

Für die beliebten Küstenprovinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla in der Türkei hat das Auswärtige Amt die Reisewarnungen am 4. August 2020 aufgehoben. Türkei-Rückkehrer müssen aber einen maximal 48 Stunden alten, negativen Corona-Test vorweisen: „Die Kosten von umgerechnet 15 Euro in einem zertifizierten Labor bzw. 30 Euro am Flughafen müssen die Reisenden selbst tragen. Positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne bzw. in ärztliche Behandlung begeben“, so das Auswärtige Amt auf seiner Seite „Reise und Sicherheit“. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Türkei wird weiterhin gewarnt, es besteht die Pflicht zur Quarantäne nach der Rückreise.

Informieren Sie sich immer über die aktuellsten Beschränkungen im jeweiligen Reiseland.
Auf der Webseite des Auswärtigen Amtes finden Sie Infos zu Reisewarnung und aktuellen Bestimmungen für die Ein- und Ausreise in Länder weltweit.

Nach dem Urlaub in Quarantäne? Für diese Länder gilt das

Laut Bundesinnenministerium „besteht eine 14-tägige Quarantänepflicht (…) für Personen, die aus einem Risikogebiet in die Bundesrepublik Deutschland einreisen.“ Da sich die Lage in einem Urlaubsland aber auch innerhalb von 14 Tagen entsprechend ändern kann, erfahren Sie von einer Quarantäne-Pflicht eventuell auch erst bei der Rückkehr.

Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Ländern veröffentlicht, die als Risikogebiet gelten und für die eine Quarantäne-Pflicht nach der Rückreise besteht – hier klicken. Die Liste wird ständig aktualisiert und an die Zahl der Neuinfektionen vor Ort angepasst.

(Pflicht-)Test nach der Rückkehr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat darüber hinaus „eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten“ angeordnet, die seit Montag, 3. August 2020, gilt. Die Tests werden am Flughafen, großen Bahnhöfen oder an Autobahnraststätten durchgeführt und sind bis 72 Stunden nach der Einreise kostenlos. Bis zu einem negativen Testergebnis müssen sich Reiserückkehrer in Quarantäne begeben.
Achtung, auch bei einem negativen Testergebnis gilt laut Bundesgesundheitsministerium: „Treten innerhalb von 14 Tagen nach Einreise aus einem Risikogebiet typische COVID-19-Symptome (Atemnot, neu auftretender Husten, Fieber oder Geruchs- oder Geschmacksverlust) auf, muss umgehend das zuständige Gesundheitsamt informiert werden.“

Die Möglichkeit, dass sich Reisende, die aus einem Nicht-Risikogebiet zurückkehren, kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können, besteht ab dem 15. September 2020 nicht mehr.

Hilft eine Reiserücktrittsversicherung, wenn ich in Quarantäne muss?

Nein, denn eine Quarantäne ist nicht als Grund für einen Reise-Abbruch definiert. Das hat nichts mit der aktuellen Corona-Pandemie zu tun. Die Muster-Versicherungsbedingungen des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft zu Reiseversicherungen schließen unter Punkt 3 ausdrücklich die Versicherungsleistung aus, wenn „zum Zeitpunkt der Buchung mit den Ereignissen zu rechnen war“. Und wer derzeit bucht, muss damit rechnen, dass es Quarantäne geben kann.

Es empfiehlt sich also vor einer Buchung mehr als sonst darauf zu achten, ob Flug, Hotelaufenthalt oder Pauschalreise kurzfristig und mit möglichst wenig finanziellem Verlust wieder abgesagt werden können. Je mehr Flexibilität, umso besser. Viele Veranstalter hoffen, dass das Geschäft bald wieder anspringt und kommen ihren Kunden mit kostenlosen Umbuchungs- oder Stornierungsoptionen entgegen. Auch in der Kreuzfahrt-Branche lockern Reedereien ihre Stornierungsbedingungen: Viele Reisen können bis wenige Tage vor Abfahrt kostenlos abgesagt werden.“ (Stand KW 15/2020)

Zahlt eine Reiserücktritt- oder Reiseabbruchversicherung, wenn ich an Corona erkranke?

Das hängt vom jeweiligen Versicherungsunternehmen ab. Aktuell gibt es Versicherer, die eine Covid-19-Erkrankung explizit als Grund für eine Kostenerstattung ausschließen. Andere Anbieter behandeln Covid-19 wie eine normale Erkrankung und zahlen, wenn ein ärztliches Attest vorliegt. Schauen Sie sich also die AGBs und Ausschlusskriterien der jeweiligen Versicherung ganz genau an (eine Übersicht finden Sie hier).

Jetzt für später buchen – macht das Sinn?

Was passiert, wenn ich jetzt eine Reise für Herbst buche? Habe ich trotz der aktuellen Situation dann Anspruch auf kostenloses Umbuchen oder Stornieren, sollte die Reise wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden? Das haben wir Julia Zeller, Referentin Verbraucherrecht der Verbraucherzentrale Bayern e.V., gefragt. Hier Ihre Antwort:

„Entscheidend wird hier sein, ob zum Zeitpunkt der Buchung vorhersehbar war, dass ggf. im Reisezeitpunkt Ereignisse auftreten können, welche zu einem kostenfreien Rücktritt der Pauschalreise rechtfertigen können. War zum Beispiel bei der Buchung bekannt, dass die amtliche Reisewarnung zum Reisezeitpunkt weiterhin besteht, hat der Reisende in der Regel keinen Anspruch auf eine kostenfreie Stornierung. Denn das Risiko war bekannt. Da die Entwicklung der aktuellen Situation nicht abschätzbar ist, sollte sich jeder Verbraucher vor einer Buchung beim Reiseveranstalter, bei der Fluggesellschaft oder beim Ferienhausvermieter darüber informieren, was passiert, wenn aufgrund des Coronavirus, die geplante Reise nicht stattfinden kann.“