Vergrößerte Prostata – jeder zweite über 50 betroffen

Bei Problemen mit dem Wasserlassen denken nicht alle Männer daran, dass dies mit ihrer Prostata zu tun haben könnte. Dabei ist jeder zweite Mann über 50 davon betroffen; ab dem 75. Lebensjahr fast jeder.

Eine vergrößerte Prostata drückt sowohl auf die Blase als auch auf die Harnröhre. Eine Folge davon: Die Blase kann sich schlechter entleeren. Mediziner sprechen dann von einer benignen Prostatahyperplasie – kurz BPH.

Das hilft bei Problemen mit der Prostata

Die Ursachen der Vergrößerung sind noch nicht genau bekannt. Experten vermuten, dass es ein normaler Alterungsprozess ist.

Mit Medikamenten kann das Wachstum verlangsamt werden, auch die Symptome lassen sich damit lindern. Allerdings können manche Mittel zur Verkleinerung der Prostata Erektionsstörungen als Nebenwirkung haben.

Helfen die Präparate nicht, kann die Prostata in einer Operation verkleinert werden, damit sich der Harnfluss normalisiert.

Prostatitis – das hilft

Hat ein Mann Schmerzen beim Wasserlassen, steckt womöglich eine Entzündung der Prostata (Prostatitis) dahinter. Diese oft bakterielle Entzündung trifft 15 Prozent aller Männer mindestens einmal in ihrem Leben, häufig zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Bei jedem dritten hält die Entzündung länger als ein Jahr an, sie kann sogar chronisch werden. Neben häufigem Harndrang können auch hier Erektionsprobleme die Folge sein. Gegen die Prostatitis helfen meist Antibiotika und Entzündungshemmer.

Regelmäßige Vorsorge ist das A und O

Eine frühe Vorsorge hilft, gesund zu bleiben. „Spätestens mit 50 Jahren sollte jeder Mann seine Prostata untersuchen lassen“, rät Prof. Jens Jochen Rassweiler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Denn jährlich erkranken rund 60 000 Männern in Deutschland an Prostata-Krebs – die häufigste Tumor-Erkrankung beim starken Geschlecht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in der Prostata Krebszellen bilden, steigt mit dem Alter: Vor dem 50. Lebensjahr tritt die Erkrankung nur selten auf. Für einen 75-jährigen Mann hingegen liegt das Risiko bereits bei sechs Prozent.

So läuft die Vorsorge-Untersuchung ab

Die Vorsorge-Untersuchung selbst ist nicht schmerzhaft. Der Mann liegt dabei mit angezogenen Knien auf der linken Seite, während der Arzt mit dem Finger durch den Analkanal die Prostata abtastet. „Das kann etwas unangenehm sein, dauert aber nur wenige Augenblicke“, versichert Prof. Rassweiler.

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