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Die optimale Hecke

Wer einen Garten hat, kennt die Unsicherheiten, welche Bäume, Pflanzen oder Hecken optimal passen würden. Lesen Sie hier Tipps, die bei der Gartenanlage helfen können.

© Vogel / pixelio.de
© Vogel / pixelio.de

Gärtnermeister Gero von Klitzing erläutert, welche Heckenpflanze für welchen Boden und Standort ideal ist.

Eibe (Taxus baccata)
Eignet sich für: ein bis vier Meter hohe Hecken.
Vorteile: Wächst auf allen nicht zu trockenen Böden; ist immergrün; treibt auch nach starkem Rückschnitt wieder aus.
Nachteile: Wächst langsam; alle Pflanzenteile sind sehr giftig.
Beste Sorte: die frischgrüne Kreuzung ‚Hicksii‘ (Taxus x media).

Abendländischer Lebensbaum (Thuja occidentalis)
Eignet sich für: zwei bis vier Metern hohe Hecken.
Vorteile: Immergrün; bildet dichten Sichtschutz. Äußerst frosthart, windfest, preiswert; und wächst sehr schnell.
Nachteile: Verfärbt sich bei Frost bräunlich-grün; bei Trockenheit oder Staunässe anfällig für Pilz-Krankheiten; wird nach kräftigerem Rückschnitt nicht wieder grün.
Beste Sorte: Feinlaubige und relativ schwach wachsende Sorte ‚Smaragd‘.

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
Eignet sich für: ein bis zwei Meter hohe Hecken in Sonne und Schatten.
Vorteile: Keine besonderen Bodenansprüche, verträgt Trockenheit und wächst auch im Wurzelgeflecht höherer Bäume.
Nachteile: wird relativ breit; sollte mit per Hand geschnitten werden, da elektrische Scheren die Blätter beschädigt; auf vollsonnigen Standorten drohen Frostschäden.
Beste Sorten: Als Sichtschutz die aufrechte ‚Herbergii‘.

Stechpalme (Ilex aquifolia)
Eignet sich für: ein bis zwei Meter hohe Hecken und wächst am besten in halbschattigen, etwas geschützen Lagen auf lockeren, humusreichen Böden. Neben dekorativem Laub leuchtend rote oder gelbe Beeren als Hingucker.
Vorteile: Nur ein Schnitt pro Jahr nötig.
Nachteile: Besonders die buntblättrigen Sorten sind frostempfindlich. Ilex wachsen langsam, sind relativ teuer, benötigen Schnitt per Hand, der bei stark bedornten Sorten wie ‚Alaska‘ kein Vergnügen ist.
Beste Sorten: Frostharte Sorten wie ‚Siberia‘ oder ‚Heckenstar‘ (Ilex x meserveae); wenige Blattdornen hat ‚I. C. van Tol‘.

Liguster (Ligustrum vulgare)
Eignet sich für: ein bis drei Meter hohe Hecken und ist sehr anpassungsfähig an Standort und Bodenart.
Vorteile: Äußerst robust und regenerationsfähig, wächst sehr schnell, preiswert, lässt sich Steckholz vermehren. Bei Vögeln als Nistplatz beliebt, die giftigen Beeren sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel.
Nachteile: Bildet häufig Ausläufer.
Gute Sorten: ‚Atrovirens‘ und der Ovalblättrige Liguster (Ligustrum ovalifolium) halten das Laub im Winter besser.

Buchsbaum (Buxus sempervirens)
Eignet sich für: niedrige Hecken bis einen Meter Höhe.
Vorteile: Wächst langsam und wird mit den Jahren sehr dicht. Langlebig und schnittverträglich; treibt nach starkem Rückschnitt gut aus.
Nachteile: Seit einigen Jahren gibt es Probleme mit einer Pilz-Erkrankung (Cylindrocladium).
Gute Sorten: Für niedrige Einfassungen ‚Suffruticosa‘ und ‚Blauer Heinz‘; höhere Hecken die Wildart Buxus sempervirens.

Rotbuche (Fagus sylvatica) und Blutbuche (Fagus sylvativa var. purpurea)
Eignet sich für: Hecken von eineinhalb bis vier Meter.
Vorteile: Wachsen zügig, sehr schattenverträglich, eignet sich für schmale, hohe Hecken, schöne Herbstfärbung.
Nachteil: Wurzeln sind sehr empfindlich gegen  Boden-Aufschüttungen und Staunässe.

Hainbuche (Carpinus betulus)
Eignet sich für: eineinhalb bis vier Meter hohe Hecken in Sonne und Schatten.
Vorteile: Viel robuster und anspruchsloser Buchen, verträgt vorübergehend Trockenheit und Staunässe. Wächst schnell, schöne Herbstfärbung.
Nachteile: Relativ anfällig für Echten Mehltau; nicht so langlebig wie Rotbuchen.

Feld-Ahorn (Acer campestre)
Eignet sich für: zwei bis vier Meter hohe Hecken.
Vorteil: Schön für naturnahe Gärten, hat keine besonderen Bodenansprüche, preiswert, wächst sehr schnell; verträgt Rückschnitte bis ins sogenannte alte Holz. Unempfindlich gegen Trockenheit und Hitze, Vögel lieben ihn als Nistplatz.
Nachteile: Anfällig für Echten Mehltau, wirkt immer etwas wild und ungepflegt.

Thunbergs Berberitze (Berberis thunbergii)
Eignet sich für: einen bis eineinhalb Meter hohe Hecken, an sonnigem humusreichem, nicht zu trockenem Boden.
Vorteile: Wehrt mit langen spitzen Dornen Hunde und Katzen ab, sehr schnittverträglich, prächtiges scharlachrotes Herbstlaub und korallenrote, essbare Früchte: wichtige Vogelnahrung.
Nachteile: Wächst relativ langsam; muss trotzdem zweimal jährlich geschnitten werden, weil sie zu breit wird oder unten verkahlt.
Gute Sorten: grünblättrige Wildart und die rotblättrige ‚Atropurpurea‘ .

Letzte Version vom 21. August 2018

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