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Ratgeber Leserberichte

Wir sagen Danke zur Zivilicourage

Zivilcourage ist leider nicht selbstverständlich. Darum danken wir unseren Lesern, die Mut gezeigt und anderen geholfen haben.

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Aus Sorge lieber wegsehen? Dinge geschehen lassen? „Das kann nicht die Lösung sein“, sagt die Psychologin Prof. Veronika Brandstätter, „unsere Gesellschaft ist nur dann stark, wenn wir füreinander da sind. Wenn wir Verantwortung übernehmen und Haltung zeigen.“

Zivilcourage heißt nicht nur, sich in die erste Reihe zu stellen

Zivilcourage – man könnte auch sagen sozialer Mut – fängt nicht erst dort an, wo man Menschen in höchster Not rettet. Zivilcourage beginnt viel früher. Etwa, wenn man unerschrocken seine Meinung sagt, einem Kollegen beisteht, der von anderen schlecht behandelt wird oder sich der Polizei als Zeuge einer Straftat zur Verfügung stellt.

Und die Angst? „Mut aufzubringen und einzugreifen geht in den allermeisten Fällen gut„, beruhigt Andreas Mayer, Kriminaldirektor und Präventionsexperte aus Baden Württemberg, „dafür muss man sich auch gar nicht in unmittelbare Gefahr begeben. Fordern Sie Umstehende auf und rufen Sie den Notruf 110 an. Das Wichtigste aber ist, nicht wegzuschauen, wenn ein anderer in Not zu sein scheint.“

Jeder kann ein Held sein

Schon ein lautes Wort, eine Geste können den Täter einschüchtern – diese Erfahrung machte auch Renate Tobys. Sie stürzte aus ihrer Wohnung, als sie im Hausflur Schreie hörte und sah, wie ein junger Mann ihre Nachbarin gegen die Wand drückte, ihr den Mund zuhielt und versuchte, ihr die Handtasche aus dem Rollator zu stehlen. „Wenn du die Frau nicht sofort loslässt und hier verschwindest, dann vergesse ich mich“, brüllte die 71-Jährige, lief auf den Dieb zu – und verjagte ihn schließlich.

Die Polizei kennt viele Fälle, in denen insbesondere ältere Frauen voller Inbrunst eingreifen und so Diebe erfolgreich in die Flucht schlagen. Sie haben den Überraschungsmoment auf ihrer Seite. „Viele Täter sind von so viel Temperament überrumpelt, ziehen sich zurück, auch wenn sie eigentlich körperlich überlegen wären“, erklärt Andreas Mayer.

Lesen Sie weitere Erlebnisse von mutigen plus Magazin-Lesern in der März-Ausgabe 2015.

 

Letzte Version vom 18. Februar 2019

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