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Ratgeber Leserberichte

Und es hat Zoom gemacht …

Der erste Kuss, ein tiefer Blick, eine zärtliche Berührung – dies vergisst man nie. Lesen Sie hier drei große Liebesgeschichten, die das Herz erwärmen.

Herz / © kinpseline/pixelio.de
Herz / © kinpseline/pixelio.de

Der erste Kuss, ein tiefer Blick, eine zärtliche Berührung – es gibt Momente, die vergisst man nie. Jedes Detail, jede Geste ist für immer im Gedächtnis. Auch nach Jahren kann man den Beginn der eigenen Liebesgeschichte noch so lebendig erzählen, als wäre es gerade geschehen. Und wer sich an die eigene Liebesgeschichte erinnert, beginnt unwillkürlich zu lächeln.

Unsere Leser berichten:

Sie hat aus heiterem Himmel mein Leben verändert

Eigentlich wollte Christian S. 2009 für ein Jahr durch Südamerika reisen, eine berufliche Auszeit nehmen. Doch als er zufällig N. kennenlernt, verliebt er sich und wirft alle Pläne über den Haufen.

Busbahnhof in Quito. Ratlos stehe ich vor den Abfahrtsschildern: Welche Bus fährt in die Innenstadt? Vielleicht kann die elegant gekleidete Frau mir helfen. ich frage, sie lächelt. Doch statt einer Antwort winkt sie mich hinter sich her, hinein in einen Bus. Sie erzählt von ihrer Arbeit als Handelsvertreterin von Naturheilmitteln. Wir reden, wir lachen, fühlen uns seltsam vertraut. Was für eine schöne, interessante Frau, schießt es mir durch den Kopf. Ihr geht es wohl ähnlich. Spontan fragt sie mich, ob ich mir ihre Firma ansehen möchte. Nichts lieber als das! Irgendetwas ist da zwischen uns. Sympathie, eine Anziehungskraft? Wir verbringen den ganzen Tag zusammen. Bummeln durch Museen, sitzen in ihrem Lieblingscafé. Und wissen, wir wollen zusammenbleiben.

Es klingt im Nachhinein verrückt – aber zwei Wochen nach dem ersten Kennenlernen laufen wir auf den Galapagos-Inseln Händchen haltend über den Strand, wie in einer kitschigen Hollywood-Schnulze, unser erster gemeinsamer Urlaub, nach zwei Wochen. Jeder Tag ein Rausch. Wir denken nicht. Leben einfach. Zukunftspläne? Nein. Nicht nachdenken, wie es werden wird, wenn ich wieder zurück nach Deutschland muss.

Bogotá, zwei Wochen später. Ich wollte doch durch Südamerika reisen – und schaue mir immer wieder die gleichen Fotos an: N. und ich am Strand, in einer Bar, beim Rumalbern. Ich vermisse sie so sehr, kann meine Reise nicht mehr richtig genießen. Ständig frage ich mich: Was macht sie gerade? Denkt sie an mich? Ich will nur noch zurück zu ihr …

Christian S. bricht seine Reise ab, bleibt noch neun Monate bei ihr in Quito, bevor er nach Deutschland zurückkehrt. Drei Monate später kommt N. nach. Sie heiraten und sind heute stolze Eltern eines Sohnes.

Du gingst mir nie aus dem Kopf

Umweg zum Glück. Manchmal braucht es etwas länger, bis man erkennt, wer der Richtige ist. So wie bei Christine und Andreas. Zweimal waren sie ein Paar, trennten sich, verloren sich 15 Jahre aus den Augen – und fanden dann doch zueinander.

Christine: Obwohl es damals richtig war, sich zu trennen, weil wir zu unterschiedliche Lebensentwürfe hatten – vergessen habe ich dich nie. Immer wenn ich Matthias Reim hörte, habe ich an dich gedacht. Vor allem wenn unser Lied lief.

Andreas: Mir ging es genauso. War ich in Norddeutschland beruflich unterwegs, bin ich sogar jedes Mal bei dir vorbeigefahren. Ich saß dann bestimmt eine halbe Stunde im Auto vor deinem Haus, dachte an früher, fragte mich, wie es dir wohl geht, ob du einen Partner hast, wie du aussiehst …

Christine: Warum hast du denn nicht einfach geklingelt?

Andreas: Weil ich Angst hatte, mich wieder in dich zu verlieben. Außerdem hatte ich eine Freundin.

Christine: Aha. Und als Schluss war, dachtest du: ich probier’s noch mal?

Andreas: So einfach war das nicht. Du spuktest mir auch schon vorher die ganze Zeit im Kopf herum. Ich habe mich oft gefragt: Bist du die Frau meines Lebens? Ich brauchte einfach Gewissheit. Als ich erfuhr, dass du im Internet bei „Stayfriends“ bist, habe ich wochenlang überlegt, wie und was ich dir schreiben soll. Ich wusste ja nicht, wie du nach 15 Jahren reagieren würdest. Deshalb habe ich es mit „Klopf, klopf, wollt nur mal hören wie’s dir geht“ versucht. Ich hatte wahnsinniges Herzklopfen, als ich auf den Sende-Button klickte.

Christine: Du hast mich ganz schön überrumpelt. Plötzlich waren tausend Erinnerungen wieder da. Und dann fing auch bei mir das Herzklopfen an… Aber ich wollte dich zappeln lassen, antwortete erst zwei Tage später. Schließlich bist du damals sang- und klanglos fortgegangen. Hast mir nur eine Karte geschickt. „Habe Diplomarbeit geschafft! Viele Grüße, Andreas“. Keine Adresse, keine Telefonnummer. Von einem Freund erfuhr ich später, wo du lebst und dass du eine Tochter hast.

Andreas: Genau deswegen hatte ich auch Bammel, dass du dich nicht melden würdest. Umso mehr freute ich mich über deine Antwort. Als wir dann telefonierten, ich deine Stimme hörte, spürte ich gleich wieder so eine Nähe und Wärme. Ich konnte es gar nicht abwarten, dich zu sehen. Und dann stand ich vor deiner Haustür: nervös, mit flauem Magen. Als du die Tür öffnetest, nur dein Kopf rauslugte, wusste ich: Ja, das ist meine Chrisi.

Auch bei Christine funkte es sofort wieder, und Andreas blieb an jenem Abend gleich über Nacht. Seitdem sind die beiden wieder ein Paar und planen die Hochzeit.

Sein nettes Lächeln hat mich verzaubert

Zwei Teenager, ein kurzer Blick – die erste ganz große Liebe. Sie hält bis heute. Und begann für Anna-Maria und Günter vor mehr als 50 Jahren auf einem Campingplatz.

Was für ein hübscher Junge, dachte ich, als ich Günter mit seinen beiden Freunden auf dem Campingplatz in Büsum radeln sah. Sofort stellte ich mich auf die Zehenspitzen, um ihn durchs Fenster besser sehen zu können: Er war so groß, schlank, hatte kurze blonde Haare, und wenn er lachte, blitzten seine weißen Zähne. Ja, und dann sein Lächeln – wahrscheinlich habe ich mich zuerst in sein Lächeln verliebt.

Ich war 16, kümmerte mich auf dem Campingplatz um Anmeldungen, Kiosk und alles andere. Und als Günter kurze Zeit später vor mir stand, um etwas zu kaufen, war ich vor Aufregung ganz verlegen, konnte ihn kaum anschauen, brachte kein Wort raus, außer „Das macht 2 Mark“ und „Darf’s sonst noch was sein?“. Und schon war er wieder raus.

Und in meinem Kopf gab es nur noch einen Gedanken: Wie kann ich ihn so schnell wie möglich wieder sehen. „Vielleicht heute Abend, wenn sich alle zum Lagerfeuer treffen?“, hoffte ich. Tatsächlich, neben ihm war noch ein Platz frei und ich huschte an seine Seite, natürlich ohne ihn dabei anzusehen. Er rückte ein wenig näher an mich heran und ich spürte mein Herz immer schneller schlagen. Ob auch ich ihm gefiel?

Am nächsten Tag konnte ich mich kaum auf meine Arbeit konzentrieren, hielt nur Ausschau nach ihm. Und tatsächlich, kurz bevor ich den Kiosk schloss, stand er plötzlich vor mir. „Gehst du mit ins Kino?“, und wuschelte sich dabei nervös durch die Haare. Klar wollte ich! An den Film kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur, wie langsam seine Hand zu mir rüberwanderte, sich seine Finger in meinen verschränkten. Von da an gingen wir fast jeden Abend ins Kino, zwei Wochen lang.

Dass diese Zeit enden könnte – daran wollten wir nicht denken. Genossen jede Minute miteinander. Doch natürlich, der Tag der Abreise kam. Günter gab mir einen schüchternen Kuss auf die Wange, dann war er fort. Und ich fühlte mich hundeelend, dachte ständig an ihn. Am liebsten wäre ich ihm nachgereist.

Eine Woche später kam eine Karte: „Sind gut angekommen … Schöne Grüße Günter“. Mein Herz hüpfte. Ich schrieb sofort zurück. Die Briefe bewahre ich in einem Karton unterm Bett auf, holte sie immer wieder hervor, studierte, interpretierte jedes Wort. Ein paar Wochen später schrieb er „In Liebe“ und später „Es küsst dich Dein Günter“. Mehr als 300 Briefe habe ich bekommen.

Zwei Jahre vergingen so. Zwei Jahre in denen mir Günter immer vertrauter wurde. In denen wir uns an unseren Wünschen, Träumen, Hoffnungen und Ängsten teilhaben ließen. Und dann im Juli 1960, konnten wir uns endlich wiedersehen. „Ich habe solche Sehnsucht nach Dir!“, hatte Günter in einem seiner letzten Briefe geschrieben. Und auch ich vermisste ihn sehr. Ich kaufte mir ein neues lilafarbenes Kleid, stand ewig damit vor dem Spiegel. Dann endlich setzte ich mich in den Zug zu ihm. Dass man so starkes Herzklopfen haben kann … Je näher ich kam, desto unruhiger wurde ich. Und dachte die ganze Zeit über: Ob er mich gleich wieder erkennt? Und ich ihn?

Und dann stand er da und strahlte. Er wirkte erwachsener, selbstbewusst und stark. Er kam auf mich zu, schlang seine Arme um mich und küsste mich. Unser erster richtiger Kuss! Es war einfach wunderbar, es fühlte sich so richtig und gut an. Seitdem sind wir ein Paar. Und immer noch verliebt. In diesem Jahr feiern wir goldene Hochzeit.

 

Letzte Version vom 4. Dezember 2018

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