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Leserbericht: Mein Hund Timmy ist doch kein Weiberheld

Normalerweise kann mein Timmy doch kein Wässerchen trüben, denkt Rosy Bregenhorn aus Drensteinfurt meist. Wäre da nicht der nächste Spaziergang…

©Thinkstock
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Leserbericht von Rosy Bregenhorn, Drensteinfurt

Mein Hund Timmy und ich haben seit 10 Jahren eine harmonische Beziehung. Er ist gut erzogen (Hundeschule) und er macht so ziemlich alles, was ich ihm sage. Vor allen Dingen widerspricht er mir nicht. Er ist mein ständiger Begleiter, versteht was Mein und Dein bedeutet – mit anderen Worten – er würde nichts anrühren, was ich ihm nicht gegeben habe. Er sieht gut aus, o.k., ein bisschen übergewichtig, aber wie heißt es doch so schön: wie das Frauchen, so der Hund. Ich weiß, ich bin diejenige die ihn füttert. Aber wer kann diesem Dackelblick (hat er von Mama, Papa Collie) widerstehen. Also ich nicht.

Wie in jeder Beziehung gibt es natürlich auch bei uns Krisen und diese finden hauptsächlich im Frühling oder Herbst statt. In der Zeit, in der die meisten Hündinnen läufig werden. Mein Hund lässt, wie meine Nachbarin es mal so treffend formulierte, nichts anbrennen.

Und er hat auch gute Chancen. Während Hündinnen Rüden oft wegbellen, erlebe ich das sehr selten und das weiß er auch. Denn wenn ein Rivale sich nähert, geht er mit erhobenen Kopf (und Schwanz) an ihm vorbei, ohne ihn eines Blickes zu würdigen. Ich bin immer erstaunt, wie arrogant ein Hund aussehen kann. Manche Bekannte benutzen ihn gerne als Tester um festzustellen, ob ihre Hündin (in nächster Zeit !!!) läufig wird.

Während Timmy normalerweise gemütlich hinter mir her trottelt, heißt es in dieser Zeit aufpassen. Sobald seine Nase länger am Boden bleibt und er immer schneller geht, gilt es zugreifen. Und zwar das Halsband und Leine dran. Verpasse ich diesen Moment, ist er weg. Je mehr ich rufe oder pfeife umso schneller läuft er. Nach dem Motto: schade, aber auf diese Entfernung höre ich dich nicht mehr. Unsere super Beziehung nimmt ein jähes Ende. An diesem Punkt setzt sein Verstand aus und ein anderes Organ übernimmt die Leitung.

Jetzt beginnt mein intensives Sportprogramm. Es wird umso intensiver, wenn die Besitzer der läufigen Hündin sich genauso wenig um mich scheren wie mein Hund. Habe ich ihn dann endlich eingefangen, beginnt das Muskeltraining. Es ist nicht zu glauben, welche Kraft ein mittelgroßer Hund aufbringen kann, wenn er bei dem Objekt seiner Begierde bleiben will.

Wenn ich ihn dann endlich nach Hause geschleift habe, bin ich klatschnass und völlig fertig. Timmy dagegen macht eher einen zufriedenen Eindruck. Endlich mal wieder was los draußen. Er nimmt seinen Teddy und legt sich mit einem Seufzer auf sein Kissen. Und guckt mich an, als wenn er kein Wässerchen trüben könnte. Trübt er auch nicht. Bis zum nächsten Spaziergang.

  • Wenn auch Ihnen ein Thema auf den Nägeln brennt und Sie uns unbedingt etwas sagen möchten, dann freuen wir uns auf Ihren Leserbericht an plusmagazin@bayard-media.de.

 

Letzte Version vom 31. Juli 2019

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