©Carl Hanser

Im Interview verrät sie, ob die richtige Kleidung glücklich macht – und was ihr Karl Lagerfeld einmal besonders übel nahm.

Interview mit Elke Heidenreich: Machen die richtigen Kleider glücklich?

Wie lange haben Sie gebraucht, um sich für dieses Outfit zu entscheiden?

HEIDENREICH: Keine Sekunde denke ich über so was nach, das geht immer ganz zackig. Ich gucke raus, wie das Wetter ist, und überlege, wo ich hinmuss. Ein Griff und dann hab ich’s. Gehe ich mit dem Hund in den Wald, sind Jeans und dicke Gummistiefel dran. Heute Morgen hatte ich einen Arzttermin, da darf es ein bisschen schicker sein.

Und abends?

HEIDENREICH: Na ja, wenn ich in die Oper gehe, überlege ich schon, ob ich Hosen oder ein Kleid anziehe. Oder wenn ich eine Lesung habe. Dann lieber kein kurzer Rock, wo alle druntergucken können. Aber meistens interessiert mich nur: Was ist in Ordnung, was ist sauber, wo sind alle Knöpfe dran?

Aber Kapuzenpulli in der Oper geht gar nicht. Sie schimpfen sehr darüber in einer Ihrer Geschichten.

HEIDENREICH: Schick sind die Teile nie, auch wenn ich verstehen kann, dass man sie draußen anzieht, wenn man rausgeht im Winter, damit es nicht kalt ist im Nacken. Aber die Gespenster, die in Kapuze durch die Innenstadt huschen, gefallen mir nicht. Und warum man in einem Innenraum oder einem Café, einem Restaurant oder gar in der Oper eine Kapuze braucht, das erschließt sich mir wirklich nicht.

Bestimmte Anlässe brauchen bestimmte Kleidung?

HEIDENREICH: Ich finde, ja. Das ist eine Frage des Respekts. Wissen wir doch auch von Hochzeiten, von Beerdigungen, da gehen wir auch nicht irgend­wie hin. Und wenn man ins Theater geht, wo alles etwas fest­licher ist, muss man doch nicht Bade­latschen und kurze Hosen tragen. Es muss nicht schick sein, nicht elegant. Angemessen, so heißt das Zauberwort wahrscheinlich. Ein Lehrer steht vor seiner Klasse schließlich auch nicht in kurzen Hosen – außer vielleicht in der Sporthalle.

Machen die richtigen Kleider glücklich?

HEIDENREICH: Was wir unter wirklichem Glück verstehen, das schaffen sie natürlich nicht. Aber sie sorgen für eine schöne Stimmung. Und wenn man in einer guten Stimmung ist, kommt man schon ein klein wenig näher dran an Glück, finde ich.

Und die falschen Kleider machen unglücklich?

HEIDENREICH: Unbedingt. Wenn man falsch angezogen ist, wenn man auf einem Fest ankommt und merkt, man hat in die falsche Schublade gegriffen, ist over- oder underdressed: Das kann einem den ganzen Abend verderben.

Das komplette Interview mit Elke Heidenreich sowie ihre Kurzgeschichte „Das venezianische Kleid“ lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 2/21, die Sie hier bestellen können.

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