Der Astrophysiker Harald Lesch lenkt mit seinen TV-Sendungen unseren Blick in ferne Galaxien – und wieder zurück auf die Erde, die er für den allerschönsten Planeten des Weltalls hält. Grund genug, viel besser auf ihn achtzugeben. Unsere Autorin Gaby Herzog hat mit Harald Lesch gesprochen.

Sie betonten immer wieder, dass es unserer Erde nicht gut geht. Überwiegen Ihre Ängste oder Ihre Hoffnungen?

Lesch: Die Hoffnungen! Corona zum Beispiel. Egal, wie viel falsch gelaufen ist: Die Mehrheit der Menschen war bereit, einen harten Lockdown und tiefgehende Einschränkungen zu akzeptieren, um Schwächere zu schützen. Das war eine großartige Leistung. Die Pandemie hat uns wie eine Lawine überrollt und wir mussten schnell sein. Der Klimawandel dagegen ist ein Meteoriten-Einschlag in Zeitlupe.

Obwohl die Folgen verheerend sind, reagieren wir zu langsam?

Lesch Leider ja. Trotzdem war Corona im Hinblick auf das, was uns bevorsteht, eine gute Übung. Wir haben gesehen, dass der Staat große Summen lockermachen kann, wenn er es wichtig findet. Dass es höchste Zeit wird, aktiv zu werden, dürfte inzwischen den meisten klar sein. Wir haben unseren Planeten aktuell um etwa ein Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erhitzt und erleben schon jetzt dramatische Folgen: Das Wetter spielt verrückt, die Polkappen schmelzen.

Laut Weltklima-Rat erreichen wir – wenn wir so weitermachen – zwischen 2030 und 2050 die 1,5-Grad-Marke. Kein Grund zur Panik?

Lesch: Vor Verzweiflung den Kopf in den Sand zu stecken hilft niemandem. Wir müssen ruhig werden, Fakten von Unsinnigem trennen und mutige Entscheidungen treffen. Das gilt für die großen politischen Fragen, aber auch für die Dinge, die jeder von uns sofort ändern kann. Es lohnt sich zu kämpfen! Ich habe so viel ins Weltall gestarrt und bin mehr denn je davon überzeugt: Egal, wie viele Planeten es gibt, so schön wie unserer ist keiner.

Das komplette Interview


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In der ZDF-Mediathek stehen viele Folgen von Leschs Kosmos oder Terra X kostenlos zum Anschauen online.