Handarbeiten für die Seele

Madonna tut es, Julia Roberts nutzt jede freie Minute dafür und Uma Thurman geht nie ohne ihre Utensilien aus dem Haus: Alle drei Schauspielerinnen greifen regelmäßig zu Strick- und Häkelnadeln.

Der Grund:

Experte Paul Handforth, Psychologe an einer Stress-Management-Klinik in Belfast, ist überzeugt:

„Handarbeiten wie Stricken und Häkeln wirken auf das Stress-System des Menschen wie Balsam. Die Gleichmäßigkeit der Bewegungen, das Entstehen von einem fertigen Projekt wie ein Pullover oder ein Schal oder auch ein Deko-Stück für die Wohnung – das alles setzt Glückshormone frei.“

Handarbeiten senke den Blutdruck, beruhige den Puls und wirke, so der Experte, wie Yoga für die Hände. Da es beide Gehirnhälften beanspruche, verbessere es die motorischen Fähigkeiten und fördere die Kreativität.

Rund ein Viertel aller deutschen Frauen strickt mindestens einmal im Monat -Tendenz steigend. Das fand die Initiative Handarbeit heraus. Strickten und häkelten Frauen früher eher in Herbst und Winter, wird nun auch Handarbeiten im Sommer immer populärer. Im Garten sitzen oder im Urlaub am Strand, mit leichten Garnen und hellen Farben hantieren – das bringt Frauen ein großes Maß an Zufriedenheit und Wohlgefühl.

Hinzu kommt, so Psychologe Handforth, dass Frauen sich im Internet über neue Strick-Trends austauschen, einander ihre Projekte und fertigen Handarbeiten zeigen und viele kreative Ideen sammeln. Gerade auch in Deko-Bereich für die Wohnung sind Frauen aktiver als früher. Neben Kissen, Decken und Gardinen werden Lampenschirme, Körbe, Tischsets, Stofftiere und vieles andere gestrickt und gehäkelt und die Anleitungen übers Internet weitergegeben. So sorgen Stricken und Häkeln auch für ein besonderes Gemeinschaftserlebnis.

Strickanleitung für einen Pulli in Frühlingsgrün