Sparbücher, Festgelder und Anleihen haben ausgedient

Die Fakten sind klar und werden sich so schnell auch nicht wieder ändern:

  • Klassische Banksparpläne sowie private Renten- und Lebensversicherungen bringen aktuell nur noch geringe Zinsen.
  • Die früher überaus beliebten Bundesschatzbriefe erzielen keine Erträge mehr.
  • Und bei längerfristigen Bundes-Anleihen gibt es in einigen Jahren sogar weniger Geld zurück als man heute eingezahlt hat.

Viele Finanz-Experten raten deshalb mittlerweile zum Sparen in Aktien oder Fonds.

Doch damit tun sich die Bundesbürger sehr schwer – nur etwa zehn Millionen besitzen solche Anlagen (Stand: 12/2019). Dabei haben ETF-Sparpläne viele Vorteile, sie seien sogar „der Königsweg“, so das Fazit von Stiftung Warentest.

Was ist ein ETF?

ETF ist die Abkürzung für „Exchange Traded Funds“. Was kompliziert klingt, ist schnell erklärt:

Mit einem Aktienfonds bekommt man mit nur einem Kauf Anteile an mehreren Produkten. Bei Fonds unterscheidet man dabei grundsätzlich zwischen aktiven und passiven Fonds. Aktive Fonds werden von einem Fondsmanager geleitet, der den Index* schlagen will. Passive Fonds, auch ETFs genannt, hingegen, bilden die Zusammensetzung eines Index nach. Sie wollen also nicht besser sein, sondern genauso gut wie ihr Vergleichsindex.

Tatsächlich schafft es der überwiegende Teil der Fondsmanager nicht, den Index über einen längeren Zeitraum zu schlagen. Somit ist die Durchschnittsrendite eines passiv gemanagten ETFs sozusagen das mögliche Maximum. Sie performen in der Regel langfristig (auch aufgrund der geringeren Kosten) also besser als aktiv gemanagte Fonds.

*Ein Index bildet die durchschnittliche Kursentwicklung der von ihm eingeschlossenen Unternehmen ab. Er ist also kein Fonds, keine Aktie, nichts dergleichen. Ein Beispiel: der Dax bildet die durchschnittliche Entwicklung der 30 größten deutschen Unternehmen ab.

Diese Regeln gelten beim Sparen an der Börse:

  1. Wissen ist Macht: Kaufen Sie nie etwas, das Sie nicht verstehen. Informieren Sie sich genau darüber, in was Sie Ihr Erspartes investieren und handeln Sie souverän. Aber: Übertreiben Sie es auch nicht. Gerade Frauen tendieren dazu, vor lauter Informationssuche nicht ins Handeln zu kommen.
  2. Folgen Sie Ihrer Strategie und planen Sie langfristig: Um an der Börse reich zu werden, braucht es einen Plan und sehr viel Geduld. Schauen Sie nicht auf die nächsten zwei Wochen, sondern auf die nächsten zehn, 20 oder 25 Jahre. Angst und Gier sind die schlechtesten Lehrer an der Börse. Haben Sie eine Strategie, können Sie auch in stürmischeren Börsen-Zeiten mit kühlem Kopf agieren. Gerade bei ETFs gilt die Devise „Kaufen und Halten“. Je länger, desto besser.
  3. Streuen Sie Ihr Geld breit: Setzen Sie nicht alles auf eine Aktie, sondern streuen Sie Ihr Geld breit. Investieren Sie am besten in mehrere Unternehmen aus mehreren Branchen und mehreren Ländern. Je breiter, desto besser. Gerade hier eignen sich ETFs perfekt, da man mit nur einem Investment sein Geld wunderbar streuen kann.
  4. Achten Sie auf die Kosten: Viele Banken verlangen happige Gebühren für den Kauf von Wertpapieren, das Depot usw. Aber es gibt Online-Banken, die geringe Gebühren berechnen oder gar keine.
  5. Bei Aktien aufs Kurs-Gewinn-Verhältnis achten: Je kleiner der Wert (gut: unter zehn), desto günstiger die Aktien.
  6. Bewahren Sie Ruhe: Kursrückgänge und Börsencrashs wie in Zeiten der Corona-Krise gehören zur Aktienwelt dazu. Gerade dann gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren, abzuwarten, und günstige Kurse ggf. sogar für einen Zukauf zu nutzen.
  7. Ein Aktienkurs wird einzig von Angebot und Nachfrage bestimmt: Auch Experten können keine Börsenkurse voraussehen.
  8. Investieren Sie nur solches Geld, auf das Sie in nächster Zeit nicht angewiesen sind und sichern Sie sich vorab mit einem Notgroschen ab, bspw. auf einem Tagesgeld-Konto. Aber: Investieren an der Börse ist mit ETFs auch schon mit kleinen Beträgen möglich. Ab 25 € monatlich lässt sich ein Depot eröffnen.

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