Mit dem Rentenbescheid im Briefkasten ist noch längst nicht alles gelaufen. Mit ein paar Tricks lässt sich das Altersgeld sogar im Ruhestand noch steigern. Die meisten Wege sind einfach und rechnen sich auch.

Wann sich freiwillige Einzahlungen in die staatliche Rentenversicherung lohnen

Ab 50 lässt sich die Rente jetzt noch besser nach eigenen Wünschen planen, denn ab dann kann man freiwillige Einzahlungen in die staatliche Rentenversicherung leisten (mehr dazu hier). So lassen sich auch mit kleinen Beträgen und unregelmäßigen Einzahlungen die Abschläge für einen früheren Rentenbeginn ausgleichen.

Ein 55-jähriger Arbeitnehmer beispielsweise, der schon mit 63 statt 66 in Rente gehen möchte, müsste 120 Euro Abschlag monatlich in Kauf nehmen. Um den Abzug auszugleichen, errechnet die Rentenversicherung einen Ausgleichsbetrag, den der Arbeitnehmer einzahlen müsste – in dem Musterfall wären das 32.000 Euro. Die kann er bis zum Rentenbeginn in jeweils zwei (unterschiedlichen) Raten pro Jahr einzahlen oder nach Belieben, wenn eben Geld verfügbar ist. Er muss auch nicht die komplette Summe einzahlen, auch Teilbeträge steigern die Rente.

Doch Vorsicht: Auch bei einer erhöhten Rente schlagen Steuer und Sozialabgaben zu. Je nach Einkommenshöhe ist eine private Rentenversicherung die bessere Wahl.

1) Durch Jobben Rente steigern

Am einfachsten ist die Rente über einen Mini-Job zu steigern, der ist nämlich auch erlaubt, wenn man die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hat.

Der Clou: Der Arbeitgeber zahlt Beiträge in die Rentenkasse, unabhängig davon, ob man selbst einzahlt. Aber auch das lohnt sich, denn die eigene Zahlung fällt gering aus. Von den 18,7 % Beitrag übernehmen Arbeitgeber 15 %, sodass Rentner nur noch 3,7 % des Verdienstes – freiwiliig (!) – zu zahlen hätten.

Das alles führt dazu, dass im Folgejahr die Rente neu berechnet wird und dazu die zusätzlichen Pflichtbeiträge aus dem Mini-Job die Rente erhöhen.

2) Pflege bringt höhere Rente

Wer in Rente ist und einen Angehörigen versorgt, kann auf 1 % seiner Rente verzichten und erhält dafür im Folgejahr zusätzliche Rentenpunkte. Die können leicht 20 bis 30 Euro mehr Rente monatlich ausmachen. Dieser Anspruch bleibt übrigens, auch wenn man nicht mehr pflegt und wieder auf die 100 %-Rente wechselt.

3) Länger arbeiten – viel mehr Geld

Jeder Monat, den man über das gesetzliche Alter hinaus arbeitet, erhöht die Rente um 0,5 % – ein Jahr bringt also 6 % mehr. Das gilt auch, wenn weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer weiter Beiträge einzahlen. Denn nach Erreichen der Regelaltersgrenze besteht in der Rente Versicherungsfreiheit. Werden aber Beiträge eingezahlt, erhöht dies die Rente natürlich zusätzlich zur Aufwertung um 0,5 % pro Monat. Der Zinses-Zins-Effekt künftiger Renten-Erhöhungen steigert den Effekt noch.