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Abgesagte Veranstaltungen: Gutscheine für Tickets

Großveranstaltungen sind in Deutschland bis mindestens 31. August 2020 nicht möglich. Für bereits gekaufte Tickets dürfen Gutscheine ausgestellt werden. Alle Infos dazu hier.

©Pixabay.com/Pexels
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Wegen der Corona-Krise sind Großveranstaltungen in Deutschland bis mindestens 31. August nicht möglich. Für bereits gekaufte Tickets dürfen die Veranstalter Gutscheine ausstellen, das haben Bundesrat und Bundestag nun gebilligt.

Hier die wichtigsten Infos zu dieser Gutscheinlösung aus der Gemeinschaftsredaktion der Verbraucherzentralen:

  • Für Veranstaltungen, die wegen der aktuellen Corona-Pandemie ausfallen oder verschoben werden müssen, haben Bundestag und Bundesrat eine Gesetzesänderung beschlossen. Das Gesetz ist noch nicht in Kraft, wann das der Fall sein wird, steht noch nicht fest (Stand 15.05.2020). Anders als bisher müssten Verbraucher dann im Zweifel Gutscheine akzeptieren. Ein Recht auf Erstattung der Kosten – wie bisher gesetzlich verankert – wird damit ausgesetzt.
  • Das neue Gesetz soll rückwirkend gelten für alle Veranstaltungs-Tickets, die vor dem 8. März 2020 gekauft wurden: Ist eine solche Veranstaltung ausgefallen und haben Sie dafür vom Veranstalter noch nicht Ihr Geld zurück erhalten und auch noch keine andere Lösung akzeptiert, kann der Veranstalter Ihnen nun nach Inkrafttreten der Gutscheinlösung ohne Ihre Zustimmung einen Gutschein ausstellen. Erst nach Ende des Jahres 2021 sollen Sie sich diesen Gutschein doch in bar auszahlen lassen können.
  • Die beschlossene Gesetzesänderung nennt konkret Konzerte, Festivals, Theatervorstellungen, Lesungen, Filmvorführungen oder Sportwettkämpfe. Als Freizeiteinrichtungen werden Museen, Freizeitparks, Tierparks, Schwimmbäder oder Sportstudios aufgeführt. Aufgrund der sehr weiten Formulierung „sonstige Freizeitgestaltungen“ ist jedoch damit zu rechnen, dass beinahe sämtliche kostenpflichtige Veranstaltungen unter die gesetzliche Regelung fallen. Ausgenommen sind lediglich solche, die im beruflichen Kontext erfolgen, wie Fortbildungen und Seminare, oder sich vorrangig an ein Fachpublikum wenden, wie etwa Fachmessen und Kongresse.
  • Wer Tickets für Veranstaltungen in fernerer Zukunft dagegen jetzt schon zurückgeben möchte, obwohl die Veranstaltung vielleicht stattfindet, ist auf Kulanz angewiesen. Daher sollten Sie hier die weitere Entwicklung noch abwarten.
  • Falls Ihr Veranstalter einen Ersatztermin anbietet, Sie aber lieber das Geld zurückhaben möchten: Hier finden Sie einen Musterbrief für den Rücktritt vom Vertrag und die Forderung nach Rückerstattung des Kaufpreises.

Die Verbraucherzentralen kritisieren diese Lösung: Verbraucher sollen gerne Gutscheine akzeptieren, um besonders hart von der Krise getroffene Anbieter und Künstler zu unterstützen. Das muss aber auf freiwilliger Basis geschehen.

Wann genau ist eine Veranstaltung „groß“

Ab wie vielen Besuchern eine Veranstaltung als Großveranstaltung gilt, ist nicht genau geklärt und hängt auch vom jeweiligen Bundesland ab. Baden-Würrtemberg möchte zum Beispiel ab 1. Juni private Feiern mit bis zu 100 Gästen erlauben, ab dem 1. Juli dann öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern. Wer genau wissen will, ob ein Festival, ein Stadtfest oder ein Konzert stattfinden kann, sollte sich deshalb über die Infektionsschutzbestimmungen des jeweiligen Bundeslandes oder Landkreises informieren. Oder direkt den Veranstalter kontaktieren.

Letzte Version vom 25. Mai 2020

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