Hilft eine Reiserücktrittsversicherung, wenn ich in Quarantäne muss?

Nein, denn eine Quarantäne ist nicht als Grund für einen Reise-Abbruch definiert. Das hat nichts mit der aktuellen Corona-Pandemie zu tun. Die Muster-Versicherungsbedingungen des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft zu Reiseversicherungen schließen unter Punkt 3 ausdrücklich die Versicherungsleistung aus, wenn „zum Zeitpunkt der Buchung mit den Ereignissen zu rechnen war“. Und wer derzeit bucht, muss damit rechnen, dass es Quarantäne geben kann.

Es empfiehlt sich also vor einer Buchung mehr als sonst darauf zu achten, ob Flug, Hotelaufenthalt oder Pauschalreise kurzfristig und mit möglichst wenig finanziellem Verlust wieder abgesagt werden können. Je mehr Flexibilität, umso besser. Viele Veranstalter hoffen, dass das Geschäft bald wieder anspringt und kommen ihren Kunden mit kostenlosen Umbuchungs- oder Stornierungsoptionen entgegen. Auch in der Kreuzfahrt-Branche lockern Reedereien ihre Stornierungsbedingungen: Viele Reisen können bis wenige Tage vor Abfahrt kostenlos abgesagt werden.“ (Stand KW 15/2020)

Zahlt eine Reiserücktritt- oder Reiseabbruchversicherung, wenn ich an Corona erkranke?

Das hängt vom jeweiligen Versicherungsunternehmen ab. Aktuell gibt es Versicherer, die eine Covid-19-Erkrankung explizit als Grund für eine Kostenerstattung ausschließen. Andere Anbieter behandeln Covid-19 wie eine normale Erkrankung und zahlen, wenn ein ärztliches Attest vorliegt. Schauen Sie sich also die AGBs und Ausschlusskriterien der jeweiligen Versicherung ganz genau an (eine Übersicht finden Sie hier).

Jetzt für später buchen – macht das Sinn?

Was passiert, wenn ich jetzt eine Reise für Herbst buche? Habe ich trotz der aktuellen Situation dann Anspruch auf kostenloses Umbuchen oder Stornieren, sollte die Reise wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden? Das haben wir Julia Zeller, Referentin Verbraucherrecht der Verbraucherzentrale Bayern e.V., gefragt. Hier Ihre Antwort:

„Entscheidend wird hier sein, ob zum Zeitpunkt der Buchung vorhersehbar war, dass ggf. im Reisezeitpunkt Ereignisse auftreten können, welche zu einem kostenfreien Rücktritt der Pauschalreise rechtfertigen können. War zum Beispiel bei der Buchung bekannt, dass die amtliche Reisewarnung zum Reisezeitpunkt weiterhin besteht, hat der Reisende in der Regel keinen Anspruch auf eine kostenfreie Stornierung. Denn das Risiko war bekannt. Da die Entwicklung der aktuellen Situation nicht abschätzbar ist, sollte sich jeder Verbraucher vor einer Buchung beim Reiseveranstalter, bei der Fluggesellschaft oder beim Ferienhausvermieter darüber informieren, was passiert, wenn aufgrund des Coronavirus, die geplante Reise nicht stattfinden kann.“