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Ratgeber Ernährung

Wenn Essen krank macht

Lebensmittelunverträglichkeiten nehmen immer mehr zu. Auch wenn man älter wird, kann es sein, dass man auf einmal manche Lebensmittel nicht mehr verträgt. Wie kommt das?

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Vertragen Sie alle Lebensmittel? Was sagt Ihr Bauch, wenn Sie Milch, Obst, Brot oder bestimmte Gemüse-Sorten gegessen haben? Grummelt er? Dann gehören Sie zu der Hälfte der Menschen über 50, die von einer Unverträglichkeit betroffen sind – meist ohne es zu ahnen.

In der Medizin unterscheidet man in erster Linie diese 4 Arten von Lebensmittelunverträglichkeiten:

Fruktose-Intoleranz

Fruktose-Intoleranz betrifft etwa 26 Mio. Menschen in Deutschland (Stand 2014). Dabei unterscheidet man zwischen zwei Formen: Bei der intestinalen Fruktose-Intoleranz produziert der Dünndarm nicht genug von einer Substanz, die Fruchtzucker durch die Darmwand ins Blut schleust. Bei der viel selteneren hereditären Fruktose-Intoleranz (1 von 100.000) ist der Mangel eines bestimmten Enzyms erblich bedingt.

Die Beschwerden treten vor allem nach dem Verzehr von süßem Obst, Trockenobst sowie Süßigkeiten und Fruchtsaft auf. Ist man intolerant, hilft vor allem eines: Lebensmittel mit viel Fruchtzuckergehalt meiden. Ist man einige Zeit beschwerdefrei, kann man schrittweise testen, ob und welche Lebensmittel mit geringem Fruktose-Gehalt man in kleinen Portionen wieder verträgt.

Laktose-Intoleranz

Die Laktose-Intoleranz betrifft etwa 10 Mio. Menschen in Deutschland (Stand 2014). Gesunde Menschen verdauen Milchzucker, die Laktose, mithilfe des Enzyms Laktase. Bei etwa 12% der Bevölkerung hört der Körper jedoch genetisch bedingt auf, Laktase zu produzieren, bzw. bildet nur noch wenig davon. Fehlt Laktase, gelangt der Milchzucker in den Dickdarm, wo er starke Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen und Durchfall auslöst.

Ist man intolerant, können Sie folgendes tun: Lebensmittel mit sehr viel Milchzucker meiden (v.a. Weich- und Schmelzkäse sowie Milch). Ggf. Laktase als Tabletten zu den Mahlzeiten zu sich nehmen. Mittlerweile gibt es auch viele Milchalternativen aus beispielsweise Soja, Reis, Mandeln, die keinen Milchzucker enthalten. Schrittweise testen, wie es mit hartem Käse, Joghurt und Kefir in kleinen Mengen aussieht.

Gluten-Intoleranz

Die Gluten-Intoleranz betrifft 160.000 Menschen in Deutschland (Stand 2014). Die Darmschleimhaut entzündet sich, weil das Immunsystem Eiweiß in Getreide (Gluten) als schädlich betrachtet. Ärzte nennen dies Zöliakie. Die Beschwerden reichen von Bauschmerzen und Durchfall bis zur Verstopfung. Mit der Zeit verliert der Dünndarm die Fähigkeit, Nährstoffe aus der Nahrung ins Blut zu schleusen. Zöliakie verursacht einen Mangel an Vitaminen.

Erhalten Sie die Diagnose Gluten-Intoleranz, sollten Sie Getreide-Produkte mit Gluten konsequent meiden, um der Darmschleimhaut die benötigte Regeneration zu gönnen. Besonders viel Gluten enthalten beispielsweise Weizen und Dinkel, Roggen und Hafer, Gerste, Couscous, Bulgur und Grünkern – sowie Speisen mit den eben genannten Inhaltsstoffen, wie Pizza, Kuchen, Nudeln oder Brot.

Histamin-Intoleranz

Histamin-Intoleranz betrifft etwa 4 Mio. Menschen in Deutschland (Stand 2014). Der Körper stellt aus ungeklärter Ursache zu wenig des Enzyms DAO (Diaminooxidase) her. Die geringere Menge reicht, um das körpereigene Histamin abzubauen, aber nicht für Histamin, das man über Lebensmittel zu sich nimmt. Bei Intoleranz reagiert der Körper mit Migräne, starkem Erröten, Durchfall, niedrigem Blutdruck sowie Juckreiz der Haut.

Leiden Sie unter Histamin-Intoleranz, sollten Sie den Verzehr histaminreicher Lebensmittel vermeiden und solcher, die den Körper anregen, Histamin freizusetzen – allen voran Sauerkraut und gereifte Wurst und Käse, Schalentiere, Seefische und Nüsse, Tofu, Erdbeeren, Ananas, Kakao und Tomaten. In der Apotheke gibt es zudem ein rezeptfreies Präparat zu kaufen, welches das fehlende Enzym DAO liefert.

Machen sie in der Juni-Ausgabe 2014 von plus den großen Test, lesen Sie welche SOS-Tipps gegen die Beschwerden helfen und was Sie generell tun können, wenn Sie betroffen sind.

 

Letzte Version vom 31. Januar 2019

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