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Parodontitis – gesunde Zähne schützen vor Alzheimer

Neue Studien zeigen: Eine schlechte Mund-Hygiene führt nicht nur zu Löchern in den Zähnen, sondern fördert alle möglichen Krankheiten – von Alzheimer bis Schlaganfall. Die Parodontologie-Expertin Prof. Bettina Dannewitz gibt Tipps, wie man die Zähne richtig pflegt.

©shutterstock.com/hedgehog94
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Schlechte Zähne – schlechtes Gedächtnis: Kann man das so pauschal sagen?

DANNEWITZ: Es gibt zumindest eine Reihe plausibler Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Alzheimer und Parodontitis, also einer chronischen Entzündung des Zahnhalte-Apparats. Forscher haben in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten bestimmte Bakterien gefunden, die so auch bei einer Parodontitis vorkommen.

Was bewirken die Bakterien aus dem Mund denn im Gehirn?

DANNEWITZ: Die Forscher fanden ein ganz bestimmtes Enzym, das die Mund-Bakterien abgeben. Es arbeitet wie eine Schere und kann Nervenzellen schädigen. Parodontitis ist also möglicherweise ein Faktor, der das Entstehen und den Verlauf von Alzheimer beschleunigen kann.

Wie kommt es zu einer Parodontitis?

DANNEWITZ: Die Hauptursache sind Bakterien in den Zahnbelägen. Wie stark sich die Erkrankung ausbreiten, wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst – vom Lebensstil zum Beispiel oder von den Genen. Generell aber gilt: Eine gute Mund-Hygiene schützt am besten vor Parodontitis.

Was heißt das konkret?

DANNEWITZ: Neben dem Zähneputzen sollte man regelmäßig einmal pro Tag die Zahnzwischenräume gründlich reinigen. Mit einer klassischen Zahnbürste geht das nicht. Besser ist, zusätzlich Interdental-Zahnbürste oder Zahnseide zu verwenden. Um das Zahnfleisch nicht zu verletzen, sollten Sie sich vom Zahnarzt beraten lassen, welches Produkt am besten zu Ihren Zähnen passt, und wie Sie es korrekt anwenden. Das kann nämlich individuell ganz verschieden sein. In der Regel ist die Beratung aber sowieso Teil einer professionellen Zahnreinigung.

Was genau passiert bei einer Parodontitis?

DANNEWITZ: Wenn sich die Bakterien-Flora im Mund verändert, sich also die schlechten Bakterien vermehren, reagiert der Körper darauf mit einer Entzündung. Am Anfang ist nur das Zahnfleisch betroffen. Es haftet nicht mehr so gut am Zahn, weshalb sich Taschen im Zahnfleisch bilden, in denen sich die Bakterien weiter vermehren. Ohne Behandlung wandert die Entzündung immer tiefer ins Zahnbett und in den Bereich des Kieferknochens und kann dabei das umliegende Gewebe angreifen. Die entzündeten Zahnfleisch-Taschen sind wie kleine offene Wunden, durch die Bakterien in den Körper eindringen können – unsichtbar für das Auge. Zahnfleischbluten ist ein erstes Symptom, das sollten Sie immer ernst nehmen. Um abzuklären, ob eine Parodontitis vorliegt, kontrolliert der Zahnarzt mit einer kleinen Sonde die Tiefe der Zahntaschen, weil man die Erkrankung mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Zur Früherkennung gibt es den sogenannten Parodontalen Screening Index, kurz PSI, den die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre bezahlen.

Wie die richtige Parodontitis-Behandlung aussieht, lesen Sie in Ausgabe 6/2020.

 

Letzte Version vom 4. Mai 2020

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