Unsere Autorin Nina Zeller hat mit Dr. Alfred von Krempelhuber vom Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline gesprochen.

Keuchhusten, Grippe, Gürtelrose: Wieso sind diese Krankheiten vor allem für Menschen über 60 gefährlich?

Mit zunehmendem Alter des Menschen altert auch sein Immunsystem und damit ist er empfänglicher für solche Krankheiten. Und die Krankheitsdauer verlängert sich, weil der Körper nicht mehr so leicht mit solchen Erkrankungen fertig wird.

Wie kann ich gegen Grippe und Keuchhusten vorbeugen?

Die klassische Vorsorge bei Infektionskrankheiten wie Keuchhusten und Grippe, die vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, sind Hygienemaßnahmen wie Händewaschen oder Niesen in die Armbeuge. Aber natürlich gibt es auch Impfungen, die man dringend in Anspruch nehmen sollte.

Warum gibt es Lieferengpässen beim Grippe-Impfstoff?

Die Hersteller machen bei eine sorgfältige Bedarfsplanung. Die Tatsache, dass der Impfstoff manchmal nicht verfügbar ist, liegt eher daran, dass viele Menschen zu spät zur Impfung gehen, etwa im Februar, wenn der Impfstoff schon abverkauft ist. Ich empfehle zum Arzt zu gehen, wenn der Grippe-Impfstoff verfügbar ist, nämlich im September oder Oktober. Dann sollten sich vor allem diejenigen impfen lassen, die über 60 sind – so wie es von der Ständigen Impfkommission empfohlen wird.

Gibt es auch Lieferschwierigkeiten bei anderen Impfstoffen?

Es gibt Engpässe bei verschiedenen Impfstoffen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen gibt es immer weniger Hersteller, die Impfstoffe produzieren. Zum anderen kann es sein, dass die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt. Das ist zum Beispiel bei unserem Gürtelrose-Impfstoff momentan so. Da könnten wir mehr abgeben, als wir herstellen können.
Oft liegt es aber auch daran, dass die Verteilung nicht gut funktioniert und mancherorts Impfdosen in Kühlschränken liegen, die anderswo gebraucht würden.
Und ein letzter Punkt ist, dass bei der Impfstoff-Herstellung manchmal etwas schief geht und wir ganze Chargen nicht ausliefen können.