Diffuse Symptome wie Schwindel, Atemnot oder Schmerzen in den Beinen sind für die wenigsten Menschen Alarmzeichen, dass etwas mit dem Herzen nicht stimmt – und doch sind es vor allem bei Frauen erste Anzeichen.

Am häufigsten bekommen Frauen sogenannte koronare Herzkrankheiten. Das bedeutet, dass aufgrund verengter Herzkranzgefäße nicht genügend Sauerstoff zum Herzmuskel gelangt. Ebenfalls sehr oft kommt ein grundlegend schwaches Herz vor, auch Herzinsuffizienz genannt – eine Folge der koronaren Herzkrankheiten. Dann ist das Organ nicht mehr in der Lage, die benötigte Menge Blut durch den Körper zu pumpen und damit Organe und Gewebe mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Am dritthäufigsten erleiden Frauen einen Infarkt, wenn ein Blutgefäß des Herzens sich verschließt.

Herz-Check ab 50

Doch obwohl besonders Frauen gefährdet sind, gehen viele zu selten oder gar nicht zur Vorsorge, wie Studien zeigen. Dabei steigt das Risiko einer Herz-Erkrankung zusätzlich mit dem Alter. Der Frankfurter Kardiologe Prof. Andreas Zeiher rät daher, ab dem 50. Geburtstag alle fünf Jahre einen Ultraschall des Herzens machen zu lassen. Dabei kann der Arzt sehen, ob Herz und Herzklappen gut arbeiten und wie es um Pumpkraft und Dehnung des Herzens steht. Mediziner sprechen auch von einer sogenannten Echokardiographie. Diese Vorsorge-Untersuchung zahlen die gesetzlichen Kassen, wenn ein begründeter Verdacht auf eine Funktionsstörung des Herzens besteht. Die Kosten betragen je nach Praxis und Region etwa zwischen 30 bis 100 Euro.

Die Gender-Medizinerin Dr. Ute Seeland rät außerdem vor allem Frauen dazu, regelmäßig den Zustand seiner Gefäße durch eine Blutdruckmessung und Pulswellenanalyse untersuchen zu lassen. „Diese Vorsorge-Maßnahme gibt Rückschlüsse auf eine vorzeitige Gefäßalterung“, sagt die Expertin. Die Behandlung kostet je nach Region und Praxis zwischen 70 und 120 Euro.

Dass Sport und eine ausgewogene Ernährung wahre Wunder in Sachen Herzgesundheit bewirken können, weiß der Münchner Kardiologe und Sportmediziner Prof. Martin Halle. „Durch körperliche Aktivität und gesundes Essen lässt sich die Häufigkeit einer Herzschwäche um bis zu 60 Prozent und die einer chronischen Gefäßerkrankung um bis zu 50 Prozent verringern“, so der Experte. „Das gilt sogar für Menschen, die eine genetische Vorbelastung in Sachen Herzleiden haben. Sie können durch einen gesunden Lebensstil ihr Risiko unter das eines inaktiven Menschen bringen.“

Das Herz ist schließlich mehr als ein Organ, es will ganzheitlich betrachtet werden – oder, wie Dr. Ute Seeland betont: „Menschen sollte ihren Lebensstil individuell anpassen, statt sich in ihrem Verhalten akribisch an einzelnen Faktoren zu orientieren. Achtsam sein und die vorhandenen medizinischen Checks nutzen. Das macht eine kluge Vorsorge aus.“

Der große Herz-Test

Wie alt ist ihr Herz? Machen Sie den Selbsttest und erfahren Sie außerdem, wie psychische Belastung und Stress dem Herzen zusetzen können – in Ihrem plus Magazin. Die Ausgabe 5/21 können Sie hier online nachbestellen!

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.