Die Hände gründlich mit Seife zu waschen, gilt – neben dem Tragen einer Mund-Nasen-Maske – als wichtiger Schutz vor dem Corona-Virus. Doch auch Desinfektionsmittel sind hoch im Kurs, vor allem, wenn man unterwegs ist. Aber worauf muss ich beim Kauf und bei der Verwendung achten?

Ganz wichtig: Lesen Sie die Produktbeschreibung. Dort erfahren Sie, wie lange das Mittel einwirken muss, um effektiv zu sein. In der Regel soll die Haut zwischen 30 und 60 Sekunden feucht gehalten werden. Die Hände werden also nicht – anders als beim Händewaschen – direkt nach dem Desinfizieren abgetrocknet.
„Am besten verreiben Sie Desinfektionsmittel immer gut, um das klebrige Gefühl danach zu vermeiden. Und dabei bitte nicht die Region zwischen den Fingern und den Daumen vergessen“, sagt Dr. Christian Merkel, Dermatologe am Haut- und Laserzentrum an der Oper in München.

Tipp: Gel-Produkte trocknen nicht so schnell ab und lassen sich gut tropf-frei verwenden.

Wie wirken Desinfektionsmittel?

Die einzelnen Produkte unterscheiden sich in der Zusammensetzung. Manche Mittel sind antibakteriell (oder „bakterizid“), wirken also nur gegen Bakterien. Um vor dem Corona- oder Grippevirus zu schützen, sollten auf der Verpackung Hinweise wie „wirkt gegen Viren“ oder „begrenzt viruzid“ zu finden sein. „Begrenzt“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Mittel sogenannte behüllte Viren abtöten (nach DIN EN 14476), zu denen auch das Corona-Virus zählt. Desinfektionsmittel mit dem Label „begrenzt viruzid plus“ schützen auch vor Noro- und Rotaviren. Produkte, die auch unbehüllte Viren abtöten, werden vor allem im Gesundheitswesen eingesetzt.

Soll die Handdesinfektion auch gegen das Coronavirus helfen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO einen Alkoholgehalt von 70 bis 80 Volumenprozent. Infos dazu finden Sie auf dem Etikett.

Die richtige Pflege

„Vor allem reifere Haut benötigt viel Pflege, um nicht auszutrocknen. Daher sollten Sie beim Kauf von Desinfektionsmittel darauf achten, dass es auch rückfettende Substanzen enthält“, rät Dr. Merkel. Am effektivsten gegen Viren, so der Münchner Dermatologe, ist jedoch nach wie vor das Händewaschen, „auch wenn es die Haut stärker beansprucht als es Desinfektionsmittel tun.“