Weitere Internetseiten von Bayard-Media:
Ratgeber Medizin

Asthma: Was Ältere wissen sollten

Welche Auslöser kann es für Asthma geben? Was muss ich beachten, wenn ich über 60 bin? Und was hilft gegen die Krankheit? Wir beantworten diese Fragen.

©shutterstock.com
©shutterstock.com

Asthma bronchiale ist eine der bekanntesten Erkrankungen der Lunge. Fünf bis sieben Prozent der erwachsenen Deutschen sind davon betroffen, gerade nicht-allergisches Asthma betrifft häufiger Menschen nach dem 30. Lebensjahr. Weltweit leiden schätzungsweise mehr als 300 Millionen Menschen darunter.

Was bedeutet Asthma?

Asthma ist eine chronische Atemwegserkrankung, gekennzeichnet durch eine Verengung der Bronchien. Diese sind dadurch sehr empfindlich und reagieren stärker auf Reize wie Kälte, Pollen oder Zigarettenrauch. Die Folge kann eine Entzündung sein, die mit vermehrter Schleimbildung und einer Verkrampfung der Bronchienmuskulatur einhergehen kann.

Ist Asthma heilbar?

Trotz intensiver Forschung lautet die Antwort weiter: In der Regel Nein. Die Symptome lassen sich jedoch mit der richtigen Therapie meist gut behandeln – siehe unten.

Asthma im Alter

Argentinische Forscher fanden heraus, dass rund zehn von 100 Menschen über 60 Jahren Asthma entwickeln, Allergiker sind hier besonders gefährdet. Und bei vielen bleibt die Krankheit zunächst unbemerkt, weil Senioren erste Symptome weniger beachten als junge Menschen. Oft beginnt es mit einem trockenen Husten nach einem Spaziergang an kalter Luft, einem beklemmenden Gefühl in der Brust oder einem kaum spürbaren Abbau der Leistungsfähigkeit. Wer diese Anzeichen bemerkt, sollte auf Nummer sicher gehen und sich medizinisch untersuchen lassen, um die genaue Ursache abzuklären. Liegt Asthma vor, ist eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung wichtig. Bronchien-schonende Sportarten sind etwa Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen im warmen Wasser.

Covid-19: Das sollten Asthmatiker wissen

Aktuell finden sich Stimmen, die die Therapie mit inhalierbaren Steroiden (ICS) – das Kern-Element der Asthma-Therapie – während der aktuellen Corona-Virus-Epidemie in Frage stellen. Deutsche Asthma-Spezialisten empfehlen jedoch, eine adäquate und individuell eingestellte antiasthmatische Inhalations-Therapie (insbesondere auch eine ICS-Therapie) nicht zu ändern oder gar zu beenden. Die Gefahr, dass sich das Asthma dadurch in bedrohlicher Weise verschlechtert und ansonsten unnötige Arztbesuche oder Krankenhaus-Aufenthalte erforderlich macht – einschließlich möglicher Kontakte mit COVID-19-Patienten – sei für den einzelnen Asthmatiker wesentlich bedrohlicher als ein mögliches, gleichwohl unbelegtes Risiko einer Förderung der Ansteckung mit dem Corona-Virus.

Auslöser, Therapie – Grundlegendes zu Asthma

Welche Auslöser von Asthma gibt es?

Den einen Asthma-Auslöser gibt es nicht. Man unterscheidet zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma. Auch Mischformen sind möglich. So können etwa Tierhaare, der Kot von Hausstaubmilben oder Pollen eine allergische Reaktion bei einem Asthmatiker hervorrufen. Eine ähnliche (nicht-allergische) Wirkung kann das Einatmen von z.B. Haarspray, Tabakrauch oder die Einnahme bestimmter Medikamente mit sich bringen. Auch Stress, Infekte oder Wettereinflüsse können einen Anfall auslösen.

Welche Arten von Asthma-Medikamenten gibt es?

Je nach Schweregrad kommen zur Behandlung von Asthma unterschiedliche Medikamente zum Einsatz, zum Beispiel schnell wirksame „Reliever“ für akute Anfälle – meist als Sprays. Langzeitmedikamente („Controller“) sollen helfen, die Entzündung und die Verengung der Atemwege dauerhaft in den Griff zu bekommen. Hierbei wird oft Kortison zum Inhalieren wendet.

Welche Rolle spielen körpereigene Immunzellen?

Für die Medikation spielt auch eine Rolle, ob die Zahl bestimmter Immunzellen, der eosinophilen Granulozyten, in Blut und Lungengewebe erhöht ist. Sind diese „EOS“ für die Entzündung in der Lunge verantwortlich, spricht man von eosinophilem Asthma. Bei der Therapie der Erkrankung kommen heutzutage – trotz anderslautender Empfehlungen – häufig noch immer Kortisontabletten zum Einsatz. Da diese im Gegensatz zum inhalativen Kortison systemisch – also im ganzen Körper – wirken, können sie zu schweren Nebenwirkungen führen.

Gibt es eine Alternative zu Kortisontabletten?

Kortisontabletten sollten deshalb laut medizinischer Leitlinie nur noch „in begründeten Fällen“ eingenommen werden (z. B. wenn andere Medikamente nicht wirken und/oder vertragen werden). Bei schwerem Asthma sollen stattdessen bevorzugt sogenannte Biologika zum Einsatz kommen, die in ihrer Struktur körpereigenen Stoffen ähneln. So stört beispielsweise der Wirkstoff Benralizumab ein Signal, das für das Wachstum der EOS-Immunzelle sorgt; gleichzeitig werden die vorhandenen Zellen vernichtet. Dadurch klingt die Entzündung der Lunge ab.

Linderung durch natürliche Heilmittel

Heilstollen, Sole-Bad – Lesen Sie auf Seite 2, was bei Asthma auch helfen kann.

Pages: 1 2

Letzte Version vom 25. Juni 2020

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Wenn Essen krank machtWenn Essen krank macht Lebensmittelunverträglichkeiten nehmen immer mehr zu. Auch wenn man älter wird, kann es sein, dass man auf einmal manche Lebensmittel nicht mehr verträgt. Wie kommt das?
  • Corona: Worauf Menschen mit Vorerkrankungen weiterhin achten solltenCorona: Worauf Menschen mit Vorerkrankungen weiterhin achten sollten Für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herzleiden kann das Corona-Virus gefährlich werden. Was Sie jetzt tun können:
  • Newsticker zur CoronakriseNewsticker zur Coronakrise +++ 3.7.2020 Hoffnungsträger Remdesivir in Europa zugelassen +++ Unter Auflagen wird das Medikament Remdesivir nun in Europa zur Behandlung schwerer Fälle zugelassen. Die Entscheidung gab […]
  • Alles über das CoronavirusAlles über das Coronavirus Der Coronavirus hält Deutschland und Europa in Atem. Lesen Sie hier alles Wichtige zur aktuellen Lage und wie Sie sich vor den Erregern schützen können.
  • Corona: Gibt es in Deutschland genügend Beatmungsgeräte?Corona: Gibt es in Deutschland genügend Beatmungsgeräte? Viele, vor allem ältere Menschen befürchten durch die Corona-Pandemie einen Mangel an Beatmungsgeräten auf den Intensivstationen. Diese Furcht ist aber unbegründet, weiß der Experte Prof. […]
  • UV-Schutz – auch in der Corona-ZeitUV-Schutz – auch in der Corona-Zeit Aufgrund des aktuellen Kontaktverbots und der Ausgangsbeschränkungen sind viele Menschen daheim. Doch nicht nur draußen im Garten oder auf dem Balkon, auch in geschlossenen Räumen mit […]

Kommentare sind geschlossen.