Die Auslöser für schlechtes Hören kennen

Die Gespräche sind mühsam, die Welt wird stiller: Ab dem 50. Lebensjahr nehmen die Probleme mit dem Hören zu: Zwei Drittel aller Menschen in Deutschland hören im Alter schlechter.

Mögliche Ursachen sind:

  • Lärm
  • Entzündungen am Ohr (Hirnhaut- oder Mittelohrentzündungen)
  • Unfälle
  • genetische Faktoren
  • oder auch Medikamente

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie Kopf- und Hals-Chirurgie, Prof. Stefan Plontke, rät daher grundsätzlich bei den ersten Anzeichen für schlechteres Hören immer zuerst eine mikroskopische und funktionsdiagnostische Untersuchung des Ohres beim HNO-Arzt machen zu lassen. „Ein Hörakustiker kann zwar das Ausmaß einer Schwerhörigkeit einschätzen, aber in der Regel nicht die Ursache feststellen“, sagt der Experte.

Der eigentliche Auslöser ist jedoch entscheidend für die weitere Behandlung: Also ob eine Operation, ein Hörtraining, Hörgerät oder ein Implantat nötig ist.

Gefahren aufgrund schlechten Hörens

Ein schlechtes Gehör hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit. „Ein wichtiger Punkt ist die Gedächtnisleistung“, sagt Experte Prof. Stefan Plontke. „Das Kurzzeitgedächtnis, aber auch die generelle Merkfähigkeit verschlechtern sich mit zunehmendem Hörverlust.“ Studien bestätigen, dass Menschen mit schlechtem Gehör, die weder Hörgerät noch Implantat tragen, fünfmal häufiger an Demenz erkranken. Vermutlich steigt das Risiko, weil auch die geistige Leistung nachlässt, wenn Menschen sich aufgrund ihrer Schwerhörigkeit aus ihrem Sozialleben zurückziehen und daher weniger intellektuelle Reize haben.

Neben der sozialen Isolation und des erhöhten Demenz-Risikos steigt zudem die Gefahr, zu stürzen. Damit es nicht so weit kommt, sollte man schon bei den ersten Anzeichen zum HNO-Arzt gehen bzw. spätestens ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig einen Hörtest machen lassen. Denn, je früher man versorgt wird, umso leichter ist es, einen Ausgleich zu erreichen. Gutes Hören bedeutet Teilhabe am Leben.

Die neuen Hörgeräte

Bei zunehmendem Verlust des Gehörs können meist Hörgeräte gut helfen. Heute verfügen sehr viele Modelle über Bluetooth und lassen sich so kabellos zum Beispiel mit dem Smartphone verbinden. Wer ein solches Hörgerät trägt, kann ohne Headset telefonieren und es über eine App mit dem Fernseher oder einer Musikanlage koppeln, sodass die Klänge in Echtzeit und in Stereo-Qualität direkt im Ohr ankommen. Lautstärke und Klang lassen sich ganz dezent per App regeln; die Umwelt bemerkt davon nichts. Zudem werden die Geräte immer kleiner und verschwinden quasi hinter oder im Ohr.

Wie ein Hörtraining abläuft, wann ein Hör-Implantat notwendig ist und wie viel die Kassen für ein Hörgerät zahlen, lesen Sie in der Ausgabe 7/2020.