Neues Implantat-Register für mehr Patienten-Sicherheit

Die Bundesregierung führt zum 1. Januar 2021 erstmals ein Implantat-Register (IRD) verpflichtend für Kliniken in Deutschland ein. Darin werden alle eingesetzten Hüft- und Knieprothesen sowie Brustimplantate erfasst. Bislang gibt es nur ein freiwilliges Endoprothesen-Register.

Deutschland folgt damit dem Beispiel anderer europäischer Länder wie Schweden oder Großbritannien, die teilweise schon vor Jahrzehnten bindende nationale Register eingeführt haben. Durch das Register lässt sich genau doku­men­tieren, welche Implantate gut und welche schlecht sind. So können Mängel schneller erkannt und fehlerhafte Produkte vom Markt genommen werden. Die Qualität der Versorgung mit Prothesen verbessert sich und wird damit für Patienten auch sicherer.

Neues Verordnungsformular für Heilmittel

Ab 1. Januar 2021 gibt es für Ärzte ein neues Verordnungsformular für Heilmittel. Dazu gehören u. a. Kranken­gymnastik, Massagen, Stimm-, Sprech- und Sprach­therapie sowie Ergotherapie.

Das bedeuten die Änderungen für Patienten:

  • Mehr Therapien: Ärzte dürfen nun bis zu drei vorrangige und eine ergänzende Therapie verschreiben
  • Flexiblere Termine: Wie oft Patienten zu ihrem Therapeuten gehen, haben bisher die Ärzte für sie abgeklärt. Nun gibt es Spannen (z. B. 1- bis 3-mal wöchentlich). So können Termine flexibler und direkter zwischen Therapeut und Patient vereinbart werden.
  • Späterer Behandlungsbeginn: Die Behandlung muss künftig innerhalb von 28 Tagen (bisher 14 Tage) begonnen werden. So sind auch Doppelbehandlungen möglich. Aber: Der Arzt kann einen dringlichen Bedarf auf der Verordnung vermerken. Dann muss die Behandlung innerhalb von 14 Tagen beginnen.

Tattoos nur vom Arzt entfernen

Seit dem 1. Januar 2021 dürfen nur noch Ärzte Körperkunst aus Tinte weglasern, keine Tattoo-Studios mehr. Die Regelung schützt Patienten vor einem falschen Laser-Gebrauch durch Laien – und somit vor Verbrennungen, Narben oder Pigmentveränderungen.

Als Faustregel gilt: Eine Entfernung kostet ca. zehnmal so viel wie das Tattoo selbst.

Schnellerer und einfacherer Wechsel der Kasse

Ab Januar wird der Wechsel in eine andere gesetzliche Krankenversicherung einfacher: Statt 18 Monaten Mindestvertragslaufzeit sind es nur mehr 12 Monate. Zudem müssen Versicherte die Mitgliedschaft bei ihrer bisherigen Krankenkasse nicht mehr wie bisher per Kündigungserklärung anzeigen. Stattdessen sucht der Versicherte nur noch eine neue Krankenkasse aus und tritt dieser bei. Die bisherige Versicherung wird von der neu gewählten elektronisch informiert. Kündigungsschreiben, Warten auf die Kündigungsbestätigung und deren Vorlage bei der neuen Krankenkasse entfallen künftig.

Elektronische Patientenakte ist da

Gesetzliche Krankenkassen müssen ihren Versicherten ab 1. Januar 2021 eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten. Grundsätzlich entscheidet der Versicherte dann selbst, ob eine solche elektronische Akte überhaupt angelegt wird, welche Daten aufgenommen werden und wer darauf Zugriff haben darf – womit er die Kontrolle über seine Gesundheitsdaten behält. Die Nutzung der ePA ist für die Krankenversicherten kostenfrei, Zugang und Nutzung erfolgt über Apps der jeweiligen Krankenkasse.

 

Unser Tipp: Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät in allen medizinischen Fragen kostenfrei unter der Telefonnummer 0800 011 77 22 und auf www.patientenberatung.de