Darmkrebs entsteht ausschließlich durch Zellwucherungen, sogenannten Polypen. Die Entwicklung dieser Polypen kann bis zu zehn Jahre dauern und verläuft in der Regel schmerzfrei im Verborgenen. Das macht diesen Krebs so gefährlich.

Auf der anderen Seite ist die langsame Entstehung der Krankheit auch eine Chance: Bei einer Darmspiegelung können Ärzte Polypen entfernen, ehe sie zu Krebszellen mutieren. Äußerlich sehen gutartige und bösartige Polypen gleich aus. Erst die anschließende Untersuchung im Labor zeigt, ob der entfernte Polyp eine Krebsvorstufe ist.

Auslöser für Darmkrebs

Warum Darmkrebs überhaupt entsteht, ist noch nicht völlig geklärt. Wir wissen aber:

„Die beiden größten Risiko-Faktoren sind das Alter und eine familiäre Vorbelastung“, erklärt der Münchner Gastroenterologe Dr. Christof Pfundstein.

Die Schleimhaut des Darms erneuert sich alle vier Tage. Somit steigt mit den Jahren das Risiko, dass dort Fehler passieren. Außerdem gilt: Sind einer oder mehrere Verwandte an Darmkrebs erkrankt, besteht eine um 30 Prozent höhere Gefahr für einen selbst. Neben dem Alter und einer familiären Belastung gibt es noch weitere Faktoren, die Darmkrebs begünstigen können:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Ungesunde Ernährung (v. a. rotes Fleisch, Alkohol, Zucker, wenig Ballaststoffe)
  • wenig Bewegung
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

Therapie bei Darmkrebs

Die jeweilige Therapie von Darmkrebs ist abhängig vom Stadium, der Lage und Art des Tumors sowie möglichen Metastasen. „Auch die Verfassung und das Alter des Betroffenen spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung“, erklärt Prof. Reinacher-Schick, Chefärztin der Onkologie an der Universitätsklinik St. Josef-Hospital in Bochum.

Der klassische Weg sieht so aus:

  • Operation
  • Chemo- oder Strahlentherapie (oder Kombination aus beiden)
  • Immuntherapie

Die Verfahren haben sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. „Es gibt neue Methoden in der Chemo- und der Immuntherapie, eine exzellente Chirurgie und Radiologie“, erklärt die Expertin.

Das zahlt die Kasse

  • Im Alter von 50 bis 54 Jahren übernehmen die Kassen im Rahmen der Darmkrebs-Früherkennung einen jährlichen Test auf verstecktes (d. h. nicht sichtbares) Blut im Stuhl.
  • Führt ein Stuhltest zu einem auffälligen Ergebnis, folgt eine Darmspiegelung.
  • Ab dem 55. Lebensjahr bezahlt die Krankenkasse den Bluttest alle zwei Jahre.
  • Alternativ zum Test auf Blut im Stuhl haben Frauen ab 55 Jahren (Männer ab 50 Jahren) Anspruch auf eine Darmspiegelung (Koloskopie), die nach zehn Jahren wiederholt werden kann.
  • Liegt ein familiäres Risiko vor, zahlen die Kassen eine Darmspiegelung auch Personen unter 50 Jahren. Diese erkranken laut einer aktuellen Studie der internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), immer häufiger an Darmkrebs. Mögliche Gründe sind der hohe Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln und Fast Food sowie eine steigende Gabe von Antibiotika.
  • Finden der Arzt bei der Darmspiegelung Polypen, wird diese nach 3 – 5 Jahren wiederholt.
  • Seit Juli 2019 schicken die Krankenkassen per Post an jeden Versicherten ab 50 Jahren ein Schreiben mit Informationen zur Darmkrebs-Vorsorge.

Bei welchen Symptomen Sie unbedingt zum Arzt gehen sollten, und wie eine Darmspiegelung genau abläuft, lesen Sie in Ausgabe 5/2020.