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Ratgeber Essen & Genießen

Lebkuchen aus Nürnberg

Weihnachten und Lebkuchen – zwei, die zusammen gehören. Was heute weltweit als Spezialität angeboten wird, hat seinen Ursprung in einem uralten Handwerk.

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Was den Lübeckern das Marzipan, den Dresdenern der Stollen und den Aachenern die Printen – das ist den Nürnbergern der Lebkuchen. Berühmt in aller Welt produzieren die emsigen Bäcker aus Franken pro Jahr etwa 30.000 Tonnen des süßen Gebäcks – das ist etwa die Hälfte der Lebkuchenherstellung in Deutschland.

 

In fränkischen Klöstern wurde der Lebkuchen „erfunden“ – unter strengster Geheimhaltung zweckentfremdeten Nonnen und Mönche im Mittelalter erstmals die „hostia oblata“ – das geweihte Messopfer – als Unterlage für das Naschwerk.

Das älteste, schriftlich überlieferte Lebkuchen-Rezept stammt aus dem 16. Jahrhundert. Und bis heute gehört die Oblate dazu. Eigentlich sind die Nürnberger Lebkuchen eine internationale Spezialität. Denn erst edle Gewürze aus aller Welt machen ihren einzigartigen Geschmack aus: Piment aus Mexiko, Ingwer und Kardamom aus Indien, Muskatblüten aus Sumatra, Anis aus Ägypten, Nelken aus Madagaskar und Zimt aus Sri Lanka verbinden sich aufs leckerste.

Dass exotische Gewürze überhaupt nach Nürnberg kamen, hat einen besonderen Grund: Gewürze waren oft die Währung, mit denen Händler um das Jahr 1300 in der freien Reichsstadt Nürnberg den Wegzoll bezahlten. In der mehr als 20.000 Einwohner zählenden Stadt gab es außerdem viele Imker. Kein Wunder, dass pfiffige Bäcker Rezepte für ein neues Gebäck erfanden – und einen neuen Beruf gleich dazu: Lebkuchen und den Lebküchner.

Letztere wachten so eifersüchtig über ihre Rezepte und Geheimnisse, dass es sogar zu einem „Pfefferkuchenkrieg“ kam – Anlass war der weiße Zuckerguss, den man auch heute noch kennt. König Maximilian I. sprach den Lebküchnern schließlich das Recht zu, Lebkuchen mit Zuckerguss herzustellen. Zum Glück – denn so ist das schmackhafte Gebäck auch heute und vor allem in der Weihnachtszeit sehr begehrt.

 

Ein leckeres Lebkuchen-Rezept finden Sie hier.

 

Letzte Version vom 21. August 2018

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