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Ratgeber Essen & Genießen

Endivie kann mehr

Bitter und ziemlich zerrupft – so kennen viele die Endivie. Lange Zeit blieb die Salatpflanze Liebhabern vorbehalten, doch das ändert sich jetzt.

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Der Rheinländer wusste es schon immer: Die Endivie wird unterschätzt. Er mag sie heute noch so am liebsten, wie Großmutter sie früher zubereitete: „untereinander“, vermengt mit Kartoffeln. Natürlich mit ausgelassenen Zwiebeln und Speckwürfeln und einem kräftigen Spritzer Essig. Und ein paar Frikadellen als Beilage – So schmeckt das Glück.

 

Warum Endivie früher so beliebt war und auch eine Fan-Gemeinde auf ihn schwört? Die Endivie wuchs in jedem Garten (wo sie auch winterliche Kälte gut aushielt) oder war günstig auf dem Markt zu haben. Und wegen ihrer Bitterstoffe war sie als sehr effizienter Verdauungshelfer bekannt. Wie Chicorée, Zuckerhut und Radicchio zählt die Endivie zu den Zichoriengewächsen. Der enthaltene Bitter- und Ballaststoff Inulin wirkt positiv auf den Stoffwechsel des Menschen.

Jetzt gibt die Endivie ihr Mauerblümchen-Dasein auf und hält in angesagten Lokalen wie in Gourmet-Küchen Einzug. Ob in Berlin, Hamburg oder München – Endivie schmückt Salatplatten, krönt Suppen, verfeinert Omeletts und begleitet Fisch. Der knackige Biss und der bittere Geschmack sind für viele die Entdeckung des Sommers.

Auch optisch macht der Salat viel her. Die Blattränder der Endivie sind je nach Sorte stark gekraust, geschlitzt oder gefiedert bzw. leicht gezähnt bis beinahe glatt – darum spricht man von glatter und krauser Endivie). Die krause Endivie ist auch unter dem Namen Friséesalat bekannt und nicht so bitter wie die glatte Endivie. Aus heimischem Anbau ist von Juli bis in den Dezember erhältlich. Die Blätter sollten im Ganzen unter fließendem Wasser gewaschen werden. Gekrauste Endivienblätter sind eine hübsche Dekoration für Speisen, die auch mal einen langen Abend übersteht. Bei der Ernte oder beim Einkauf ist wichtig: Der Innenteil sollte groß und hell sein, dann ist er weniger bitter und zarter.

Geschmacklich harmoniert die Endivie gut mit süßlichen Äpfeln und mit Karotten. Er passt auch zu kräftigen Zutaten wie Speck, Knoblauch, Essig oder Zwiebeln. Und sogar warm zubereitet – wie Spinat oder Mangold – schmecken Endivien hervorragend.

Zwei köstliche Rezepte des Sternekochs Hein O. Wehmann finden Sie hier.

 

 

Letzte Version vom 21. August 2018

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