Weitere Internetseiten von Bayard-Media:

Archive for November, 2018

So machen Sie Ihr Immunsystem fit

Posted on: November 23rd, 2018 by schwarzwaldmaid

Zeit, ans Immunsystem zu denken! Dabei unterstützt uns der 6-Punkte-Plan, über den uns Immun-Experte Prof. Lothar Rink im Interview mehr verrät:

Der 6-Punkte-Plan

Herr Professor Rink, ein intaktes Immunsystem schützt vor Krankheiten. Wie macht es das?

RINK: Das Immunsystem besteht aus verschiedenen Zellen und so genannten „löslichen“ Faktoren – Substanzen, die Krankheitserreger abwehren. Wenn die Erreger die natürlichen Barrieren des Körpers wie die Haut oder die Schleimhäute überwinden, sorgen die Immunzellen dafür, dass sie unschädlich gemacht werden und sich nicht vermehren.

1. Intaktes Immunsystem

Wie kann man sein Immunsystem stärken?

RINK: Einen positiver Einfluss auf die Abwehrkräfte haben Bewegung und Sport. Daher sind wir auch im Winter anfälliger für Krankheiten, weil wir bei schlechtem Wetter nicht so viel rausgehen und uns nicht so viel bewegen. Über den Lymphstrom werden Antigene zu den Lymphknoten transportiert, wo die Immunzellen auf die Erreger treffen. Aber erst durch Muskelbewegungen kann die Lymphflüssigkeit abtransportiert werden. Daher sollten Sie sich mindestens eine halbe Stunde am Tag bewegen. Spazierengehen genügt. Oder Sie machen zwei- bis dreimal die Woche ein moderates Training: Schwimmen, Radfahren oder Joggen.

Sie möchten unseren Newsletter erhalten? Klicken Sie hier!

2. Gesunde Ernährung

Und wie steht es mit der Ernährung?

RINK: Das Immunsystem ist ein dynamisches System, dem man alle Bausteine zuführen muss. Wir brauchen Lipide, Vitamine und Proteine. Aber Vorsicht: Viel hilft nicht viel. Man muss sich ausgewogen ernähren. Sowohl Diäten als auch Adipositas sind schlecht fürs Immunsystem. Wichtig ist: auch im Winter genügend Flüssigkeit. Denn wenn die Schleimhäute austrocknen, können leicht Erreger eindringen. Und keine Wasserfilter verwenden, sie entziehen dem Wasser alle Spurenelemente.

3. Guter Schlaf

Wie wichtig ist Schlaf fürs Immunsystem?

RINK: Das Immunsystem fährt gegen Abend herunter und regeneriert sich im Schlaf. Schlafdefizit schadet dem Immunsystem. Die meisten Menschen brauchen etwa acht Stunden Schlaf. Wichtig zu wissen: Schlaf kann man nicht nachholen. Wenn man beispielsweise in der Woche immer nur drei Stunden schläft, kann man das nicht am Wochenende wieder gutmachen.

4. Richtige Portion Stress

Welche Rolle spielt Stress – auch kurzzeitiger?

RINK: Gar keinen Stress zu haben, ist nicht möglich. Kritisch ist Dauerstress. Denn der Körper schüttet vermehrt Kortison aus, was das Immunsystem unterdrückt. Die Form des Stresses –psychisch, Stress oder zu viel Sport – spielt keine Rolle. In der Regel muss das Immunsystem im Ruhezustand sein. Kurzzeitiger Stress ist sogar gut, der Adrenalinstoß bewirkt eine Reaktion von 0 auf 100. Das Immunsystem ist ein 100-Meter-Sprinter, kein Marathonläufer. Es kann nicht dauerhaft aktiv sein, sonst läuft es aus dem Ruder, dann drohen Allergien oder Autoimmun-Erkrankungen.

5. Sinnvolle Hygiene

Und sollte man sich in Herbst und Winter öfter die Hände waschen?

RINK: In Maßen ist Hygiene sicher wichtig. Aber hierzulande wird damit übertrieben. Wenn man sich zu viel wäscht, geht die Schutzschicht der Haut verloren, die antibakterielle Substanzen erhält. Dadurch können Erreger schneller eindringen. Wer keimfrei lebt, bekommt Allergien, denn das Immunsystem ist darauf getrimmt, dass Erreger von außen eindringen. Sonst sucht es sich selbst angebliche Feinde.

6. Viel Licht

Bekommt das Immunsystem im Herbst eigentlich genug Licht?

RINK: Der Körper braucht Vitamin D. Um genug davon zu bilden, reicht in unseren Breiten ein halbstündiger Spaziergang bei Tageslicht aus. Fehlt Vitamin D, kann das in der dunklen Jahreszeit mitverantwortlich für den Ausbruch von Erkältungen oder Stimmungstiefs sein. Die Psyche und das Immunsystem hängen direkt zusammen. Wenn wir ausgeglichen sind, ist es unser Immunsystem auch.

Buchtipp: Prof. Dr. Lothar Rink ist Direktor des Instituts für Immunologie der Uniklinik Aachen. Sein Buch: Lothar Rink, Andrea Kruse, Hajo Haase: Immunologie für Einsteiger. Springer Spektrum, 34,99 Euro.

Schon gewusst? Auch diese Dinge stärken Ihr Immunsystem

  • Sport: regelmäßige, moderate Bewegung (v.a. an der frischen Luft) stärkt die Abwehrkräfte. Optimal sind jeden Tag etwa 30 Minuten. Die körperliche Aktivität bringt Kreislauf und Durchblutung in Schwung, hilft aber auch der Verdauung und somit dem Darm – dort sitzen 70 % der Immunzellen.
  • Der Wechsel von Hitze und Kälte: Wechselduschen, Dampfbäder oder Saunagänge halten die Abwehrkräfte fit. Auch regt der Warm-Kalt-Mix die Durchblutung an. Das sorgt für einen ausgeglichenen Stoffwechsel und eine bessere Sauerstoffaufnahme.
  • Gute Freunde: Ein funktionierendes soziales Umfeld kann das Immunsystem stärken, wie Studien zeigen. Der Austausch und die Kommunikation mit anderen Menschen gibt Nähe, Unterstützung, Vertrauen und vermittelt Zugehörigkeit – kurzum ein gutes Gefühl, das vor Stress schützt. Dabei ist es nebensächlich, wie groß das soziale Netzwerk ist.

 

So werden Sie beim Arzt besser behandelt

Posted on: November 9th, 2018 by Jeanette Edelmann

Der Erfolg einer ärztlichen Untersuchung hängt vor allem davon ab, wie die knappe Zeit in der Praxis genutzt wird. Wer sich vor dem Gespräch gut vorbereitet, bei der Behandlung die richtigen Fragen stellt, und danach einige Dinge beachtet, wird schneller wieder gesund.

Gut vorbereitet in die Praxis

  • Wer telefonisch einen Termin vereinbaren will, sollte gleich dazu sagen, um was es geht – das hilft dem Zeitmanagement in der Praxis. Meiden Sie bei der Terminvergabe Stoßzeiten. Am besten Sie kommen am frühen Nachmittag oder in der Mittagspause.
    Tipp: Viele Krankenkassen vereinbaren auch Arzttermine (v.a. bei Fachmedizinern) für Ihre Versicherten. Die Anmeldung ist per Telefon oder via Internet möglich: http://www.kbv.de/html/terminservicestellen.php
  • Es lohnt sich, alle Untersuchungsberichte mitzunehmen. Etwa: Allergiepass, Röntgenbilder, Blutwerte, Kopien oder eine Liste mit den Medikamenten, die Sie regelmäßig einnehmen. Auch das erspart dem Arzt beim anschließenden Gespräch und der Anamnese Zeit.
  • Notieren Sie sich im Vorfeld Ihre Fragen auf einem Zettel. Das verhindert, dass man etwas vergisst und spart Zeit beim Gespräch ein.

Worauf es beim Gespräch ankommt

  • Beschreiben Sie Ihrem Arzt die Symptome ganz genau. Dauern die Schmerzen schon länger an, ist es hilfreich, eine Art Schmerz- bzw. Krankheitstagebuch anzulegen und dieses dem Arzt beim Termin zu geben.
  • Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vorher bei einem anderen Mediziner waren – es hilft ihm bei der Erstellung der Diagnose und spart Zeit.
  • Auch scheinbare Tabu-Themen sollten Sie ansprechen, wie Durchfall oder Inkontinenz. Nur so kann der Arzt beim Verschreiben eines Medikamentes eventuelle Nebenwirkungen berücksichtigen. Tipp: Ist Ihnen ein Thema zu unangenehm, formulieren Sie Ihr Anliegen um in eine harmlose Frage, z.B. „Ich habe im Fernsehen gehört, dass …. Stimmt das?“
  • Fassen Sie am Ende noch mal das Gespräch zusammen, um sicher zu sein, dass Sie alle Anweisungen richtig verstanden haben. Sind noch offene Fragen da? Stellen Sie sie gleich oder lassen Sie sich einen neuen Termin geben.

So funktioniert eine gute Nachsorge

  • Sie waren nach dem Termin so gar nicht zufrieden mit dem Arzt als Person oder seiner Arbeitsweise? Teilen Sie es ihm mit, entweder telefonisch oder bei einem erneuten Termin. Nur so kann sich etwas ändern – im Idealfall zu Ihrer Zufriedenheit.
  • Informieren Sie Ihren Arzt über den Verlauf Ihrer Krankheit. Dazu zählt, dass Sie ihm Bescheid geben, wenn Sie ein Medikament nicht vertragen oder die Schmerzen schlimmer werden.
  • Sie sind sich daheim unsicher über die Einnahme eines Präparates oder einer Handlungsempfehlung, die Ihr Arzt ausgesprochen hat? Rufen Sie kurz in der Praxis an und stellen Sie Ihre Frage. Nur so kann die Genesung voranschreiten.
  • Auch, wenn die Beschwerden schnell weggehen und Sie sich besser fühlen: Setzen Sie ohne Absprache mit dem Arzt nicht eigenmächtig das verschriebene Medikament ab. Es kann Ihre Gesundheit gefährden. Besser: einen neuen Termin vereinbaren.
  • Wer auf Labor-Ergebnisse wartet, sollte die Praxis gleich schon beim Verlassen bitten, schnellstmöglich Bescheid zu geben – so müssen Sie sich keine unnötigen Sorgen machen.
  • Reichen Sie wichtige Unterlagen (v.a. von Fachärzten) auch immer an Ihren Hausarzt weiter. So gehen keine Informationen verloren.

Hilfe im Netz für eine bessere Behandlung:

 

So optimieren Sie Ihre Rente

Posted on: November 8th, 2018 by Jeanette Edelmann

Mit dem Rentenbescheid im Briefkasten ist noch längst nicht alles gelaufen. Mit ein paar Tricks lässt sich das Altersgeld sogar im Ruhestand noch steigern. Die meisten Wege sind einfach und rechnen sich auch.

Wann sich freiwillige Einzahlungen in die staatliche Rentenversicherung lohnen

Ab 50 lässt sich die Rente jetzt noch besser nach eigenen Wünschen planen, denn ab dann kann man freiwillige Einzahlungen in die staatliche Rentenversicherung leisten (mehr dazu hier). So lassen sich auch mit kleinen Beträgen und unregelmäßigen Einzahlungen die Abschläge für einen früheren Rentenbeginn ausgleichen.

Ein 55-jähriger Arbeitnehmer beispielsweise, der schon mit 63 statt 66 in Rente gehen möchte, müsste 120 Euro Abschlag monatlich in Kauf nehmen. Um den Abzug auszugleichen, errechnet die Rentenversicherung einen Ausgleichsbetrag, den der Arbeitnehmer einzahlen müsste – in dem Musterfall wären das 32.000 Euro. Die kann er bis zum Rentenbeginn in jeweils zwei (unterschiedlichen) Raten pro Jahr einzahlen oder nach Belieben, wenn eben Geld verfügbar ist. Er muss auch nicht die komplette Summe einzahlen, auch Teilbeträge steigern die Rente.

Doch Vorsicht: Auch bei einer erhöhten Rente schlagen Steuer und Sozialabgaben zu. Je nach Einkommenshöhe ist eine private Rentenversicherung die bessere Wahl.

1) Durch Jobben Rente steigern

Am einfachsten ist die Rente über einen Mini-Job zu steigern, der ist nämlich auch erlaubt, wenn man die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hat.

Der Clou: Der Arbeitgeber zahlt Beiträge in die Rentenkasse, unabhängig davon, ob man selbst einzahlt. Aber auch das lohnt sich, denn die eigene Zahlung fällt gering aus. Von den 18,7 % Beitrag übernehmen Arbeitgeber 15 %, sodass Rentner nur noch 3,7 % des Verdienstes – freiwiliig (!) – zu zahlen hätten.

Das alles führt dazu, dass im Folgejahr die Rente neu berechnet wird und dazu die zusätzlichen Pflichtbeiträge aus dem Mini-Job die Rente erhöhen.

2) Pflege bringt höhere Rente

Wer in Rente ist und einen Angehörigen versorgt, kann auf 1 % seiner Rente verzichten und erhält dafür im Folgejahr zusätzliche Rentenpunkte. Die können leicht 20 bis 30 Euro mehr Rente monatlich ausmachen. Dieser Anspruch bleibt übrigens, auch wenn man nicht mehr pflegt und wieder auf die 100 %-Rente wechselt.

3) Länger arbeiten – viel mehr Geld

Jeder Monat, den man über das gesetzliche Alter hinaus arbeitet, erhöht die Rente um 0,5 % – ein Jahr bringt also 6 % mehr. Das gilt auch, wenn weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer weiter Beiträge einzahlen. Denn nach Erreichen der Regelaltersgrenze besteht in der Rente Versicherungsfreiheit. Werden aber Beiträge eingezahlt, erhöht dies die Rente natürlich zusätzlich zur Aufwertung um 0,5 % pro Monat. Der Zinses-Zins-Effekt künftiger Renten-Erhöhungen steigert den Effekt noch.

 

Omas Kuchen sind die besten

Posted on: November 8th, 2018 by Jeanette Edelmann

Unsere Redakteurin Beate hat sich auf den Weg gemacht, um einige der köstlichen Kuchen zu verkosten. Und hat sogar zwei Rezepte mitgebracht.

Rezepte von Kuchentratsch

Zutaten für 1 Napfform:

375g Zucker, 375g Margarine, 1,5 P. Vanillezucker, etwas Zitronenabrieb & -saft, 6 Eier, 750g Mehl, 1,5 P. Backpulver, 200-250ml Milch, 4 EL Rum, 4 EL Kakao

Zubereitung:

1. Zucker, Margarine, Vanillezucker, Zitronenabrieb und -saft sowie Eier schaumig rühren.

2. Mehl, Backpulver und Milch unterrühren.

3. Teig halbieren. Die eine Hälfte mit Rum und Kakao mischen, evtl. etwas Milch zugeben.

4. Die Teighälften nacheinander in eine gefettete und mit Mehl bestäubte Springform füllen. Mit der Gabel beide Teige spiralförmig mischen.

5. Backen bei 175° Ober/Unter-Hitze für etwa 60 Minuten.

Tipp vom Kuchentratsch: Kuchen nach dem Backen mit Puderzucker oder Schokoguss überziehen.

Zutaten:

Für den Teig: 250g Mehl, 125g Butter, 215g Zucker, 25g Kakao, 1 Ei, 2 TL Backpulver

Für die Füllung: 125g Butter, 125g Zucker, 3 Eigelb, 20g Vanillepuddingpulver, 1 TL Vanillezucker, 1 EL Zitronensaft, 750g Magerquark, 3 Eiweiß

Zubereitung:

1. Die Teigzutaten in eine Schüssel geben und zu lockeren Streuseln verarbeiten.

2. 3/4 des Teiges in eine gefettete Springform als Boden drücken, den Rest zur Seite stellen.

3. Für die Füllung Butter, Zucker und Eigelb schaumig rühren. Puddingpulver, Vanillezucker, Zitronensaft und Quark unterrühren. Zuletzt steifgeschlagenen Eischnee unterheben und die Masse auf den Teigboden geben. Den übrigen Teig als Streusel darüber verteilen.

4. Backen bei 200° Ober-/Unterhitze für etwa 50 Minuten.

Bildrechte: ©Kuchentratsch

Redakteurin Beate zu Besuch bei Kuchentratsch

Bereits im Hinterhof riecht es nach Zimt und Schokolade, nach aufgehendem Teig und warmem Zucker oder kurz gesagt: nach Kuchenglück. Öffnet man die Tür, verstärkt sich das Geruchs-Gemisch und auch das Gelächter, das aus der großen Küche dringt. Willkommen im Back-Paradies an der Landsberger Straße in München – willkommen bei „kuchentratsch“!

Sechs Frauen und ein Mann, alle im Rentenalter, sind hier an diesem Mittwochmorgen am Werk. Es gibt viel zu tun, 96 Kuchen sind bestellt und müssen bis zum Nachmittag gebacken sein. Mit flinken Fingern verteilt Oma Irmgard dunkle Teigstücke auf der hellen Quarkmischung, insgesamt sieben Russische Zupfkuchen stehen auf ihrem leicht fleckigen Zettel, den es heute Vormittag abzuarbeiten gilt.

Naschen erlaubt!

Zu ihrer Rechten rührt Eva-Maria vorsichtig einen feinen Brei aus roter Bete und Öl in den schokodunklen Teig. „Hier, probieren Sie!“, fordert Eva-Maria. Widerrede ist bei ihr zwecklos, und überhaupt: Ist nicht das Teignaschen ein wichtiger Bestandteil des Backvorgangs? Perfekt schmeckt Eva-Marias Gugelhupf-Teig – tief schokoladig mit feiner Rote-Bete-Note. Mmmh!

Eva-Maria hat in ihrem Leben vielerlei Berufe gehabt, Dolmetscherin, Hotelfachfrau, Kosmetikerin etwa. Ehrenamtlich ist sie seit gut 40 Jahren als Rettungssanitäterin beim Roten Kreuz unterwegs. Nach Eintritt der Rente im Sofa versinken? Für sie undenkbar. „Ich brauche eine Aufgabe. Und ich brauche andere Menschen um mich herum.“ Beides hat sie beim Münchner „kuchentratsch“ gefunden.

Treff und Tratsch in der Küche

2014 wurde der „Kuchentratsch“ von der damals 24-jährigen Betriebswirtin Katharina Mayer als Social Startup gegründet, also als ein Wirtschaftsunternehmen, bei dem weniger die Rendite als das Menschliche im Vordergrund steht. Vor allem Seniorinnen und Senioren können sich hier einbringen, bekommen die Chance, unter Leuten zu sein und Kontakte zu knüpfen. Denn ist die Küche nicht seit jeher ein Ort, an dem Leib und Seele gleichermaßen zu Hause sind?

Zwei „kuchentratsch“-Backbücher sind seit Gründung entstanden, sieben Vollzeitmitarbeiter organisieren nun Vertrieb, Logistik, Marketing und Buchhaltung. Und nachdem das Startup im Oktober 2018 bei der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ aufgetreten ist und unter anderem Carsten Maschmeyer als Investor gewinnen konnte, ist die nächste Erweiterung nur noch eine Frage der Zeit.

„Hier entstehen echte Freundschaften“

Pro Woche werden nun 75 Kilo Mehl und Zucker sowie etwa 1000 Eier in der immer zu kleinen Großküche verbacken – und 3600 Minuten am Ofen und über dem Rührgerät vertratscht. „Hier entstehen echte Freundschaften“, beteuert Oma Eva-Maria. Die Kuchen werden inzwischen nicht nur in München und Umgebung gegessen, sondern auch deutschlandweit ausgeliefert. Der Bestseller? Ist der Karottenkuchen von Oma Irmgard.

„Ich habe immer gerne gebacken“, erzählt die Seniorin, während sie den nächsten Kuchenteig anrührt. „Aber für mich alleine? Lohnt sich nicht.“ Beim „kuchentratsch“ aber kann sie ihrer Leidenschaft nachgehen – und wird dafür noch auf Minijob-Basis entlohnt. 35 SeniorInnen zählen inzwischen zum „Oma&Opa“-Team von „kuchentratsch“; wann und wie viel sie arbeiten, entscheiden sie selbst.

„Kalter Hund“ von Opa Günter

Auch Opa Günter backt fleißig mit

Wobei die Opas vor allem die bestellten Kuchen in München und Umgebung ausliefern, nur drei Senioren stehen auch am Ofen. Einer von ihnen ist Günter Haun, 78 Jahre alt. Das Kochen und Backen hat er sich aus alten Kochbüchern beigebracht, nachdem seine Ehefrau vor 13 Jahren plötzlich verstorben war: „Bis dahin war die Küche immer ihr Reich gewesen.“

Für ihn sind die Stunden in der Backstube nicht Belastung, sondern Bereicherung, „da wird viel gelacht, und ich lerne immer dazu“. Zu Hause ist jetzt immer Kuchen vorrätig zum Nachmittagskaffee, das gehört für Günter Haun zum Lebensgenuss unabdingbar dazu. Und wenn eines der sechs Enkel Geburtstag hat, gibt es einen „Kalten Hund“ von Opa Günter – Ehrensache.