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Archive for September, 2018

Was kochen Sie heute im Oktober?

Posted on: September 25th, 2018 by Jeanette Edelmann

Zuweilen kann es lästig sein, sich immer wieder für jeden Tag leckere Gerichte für eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung auszudenken. Wir möchten Ihnen dabei helfen und liefern Ihnen deshalb jeden Monat sämtliche Rezepte aus der beliebten Rubrik: Was kochen Sie heute?

Gesunde, ausgewogene, günstige und köstliche Rezepte für jeden Tag finden Sie unter den jeweiligen Links für eine komplette Woche zum Herunterladen – dafür einfach auf die Woche klicken:

Woche vom 1. bis 7. Oktober:

Grüne Gnocchi mit Basilikum-Avcado-Pesto und Tomaten / Paprikasuppe mit Hackfleisch und Kräuterschafskäse / Hähnchen mit Mozzarella-Basilikum-Sahnesauce / Lachsburger mit scharfem Curry und frischem Koriander / Linsensalat mediterran mit Kapernäpfeln und Petersilie / Fladenbrot-Pizza mit Mangold und Ei / Schaschlikbraten von der Pute mit buntem Paprika

Woche vom 8. bis 14. Oktober:

Limettensuppe mit Süßkartoffeln und Rote-Bete-Relish / Fleischbällchen nach spanischer Art in pikanter Sauce / Couscous-Auflauf mit Tomatensugo und frischem Basilikum / Bandnudeln mit Algen (Salicornes) und buntem Gemüse / Paprika mit Käsefüllung und Paprikapaste / Linsensuppe mit Kabanossi / Rindsrouladen mit Kartoffelstampf

Woche vom 15. bis 21. Oktober:

Pfannkuchen aus Sauerrahm mit Erdbeersoße / Quiche aus Ziegenkäse, Spinat und Tomaten / Hähnchencurry mit Ananas, Chili und Reis / Weißkohlsalat mit Joghurt und Sonnenblumenkernen / Thunfischsteaks mit fruchtiger Zitronen-Estragon-Sauce / Gelbe Zucchini mit Ratatouille aus dem Ofen mit Kräutern / Schlemmertopf mit Schweinemedaillons, Schmelzkäse und Champignons

Woche vom 22. bis 31. Oktober:

Chili mit Bulgur, Kidneybohnen, Mais und Tomaten / Tagliatelle mit feuriger Sauce und Riesengarnelen / Herbstsalat mit gebratenem Gemüse und Schinken / Ofensuppe mit Feta und weißen Bohnen / Saiblingfilet auf Limettenschaum / Flammkuchen mit Röstpaprika und Kalamata-Oliven / Schweinerücken French Racks mit Sellerie und Rosmarinäpfeln / Rosenkohlgratin mit Haselnüssen und Emmentaler / Gulaschsuppe mit Schwarzbier und Kaffee gekocht / Kürbissuppe mit Mango, Chili und Kokosmilch

Ihre plus-Redaktion wünscht guten Appetit!

 

Wann ist eine Creme eine gute Creme?

Posted on: September 9th, 2018 by Jeanette Edelmann

Hat man sie einmal gefunden, möchte man sie nicht mehr missen: die perfekte Creme, die auf die Bedürfnisse der eigenen Haut eingeht wie keine andere. Ein seidiges Hautgefühl sollte sie hervorrufen, Rötungen und Falten kaschieren, die Haut vor UV-Strahlung schützen und einen zarten Duft verströmen. Doch viele Frauen sind mittlerweile verunsichert und fragen sich, was eigentlich in ihrer Creme enthalten ist.

Wir hören von Silikonen und Aluminium, von Mikroplastik und Parabenen und wissen doch nicht genau, was es damit auf sich hat. Doch sind alle „schlechten“ Inhaltsstoffe per se schädlich? Und die guten ausnahmslos verträglich? Unsere Expertin verrät im neuen Heft: es kommt darauf an, welche Pflege man sucht.

Für Sie zusammengestellt: zum Ausdrucken die Inhaltsstoffe von Cremes Pro und Contra.

Diese Stoffe tun der Haut gut…

… und haben dennoch den einen oder anderen Nachteil:

Gut für die Haut heißt auch positiv negativ
Vitamin B3 Niacin, Niacinamid + schützt die Haut

+ gut gegen gerötete Haut und Altersflecken

– Wirkung verpufft schnell, relativ teuer
Vitamine C Ascorbinsäure + gut gegen freie Radikale, hilft z.B. bei Sonnenbrand – Wirkung verpufft schnell, relativ teuer
Vitamin E Tocopherol + natürliche Konservierung der Öle und Fette – Wirkung verpufft schnell, relativ teuer
Vitamin F Sammelbezeichnung für mehrfach ungesättigte Fettsäuren + reguliert den Fettstoffwechsel der Haut – Wirkung verpufft schnell, relativ teuer
Vitamin A Retinol, Retinoldehyd, Vitamin A1 + Hilft beim Bilden von Kollagen, steigert die Abwehrkräfte der Haut, macht dunkle Pigmentflecken heller und reduziert große Poren

+ für reife und trockene Haut gut geeignet

– kann empfindliche Haut reizen, macht jede Haut lichtempfindlicher
Coenzym Q10 Q10, Coenzym Q10, Ubichinon-10 + versorgt jede Zelle mit Energie, schützt vor freien Radikalen, die sich bei Stress, durch verschmutzte Luft oder UV-Licht bilden

+ stärkt das Bindegewebe

Hyaluronsäure Sodium Hyaluronate, Hyaluronic Acid + glättet Haut sofort

+ wirkt antioxidativ

+ keine Allergien oder Nebenwirkungen bekannt

nur in Kombination mit Anti-Age-Wirkstoffen wie Vitamin A, C oder E und Coenzym Q10 kann sie das Altern der Haut aufhalten
Peptide z.B. Tetrapeptid-21, Acetyl-Hexapeptide 3, Palmitoyl Pentapeptide-4 + Signal-Peptide verstärken das Bilden von Kollagen, andere hemmen Entzündungen bisher fehlen wissenschaftliche Beweise für ihre Wirksamkeit
Pflanzliche Öle aus Oliven, Aprikosenkernen, Mandeln, Jojoba-Samen oder Shea-Nuss + Stärken die Hautbarriere, machen sie unempfindlicher

+ Linolsäure lässt Rötungen abklingen

ziehen oft nicht so schnell ein, haben oft einen Eigengeruch, nur wenig Anti-Age-Wirkung
Fruchtsäuren

 

Citric Acid,  Zitronensäure, Weinsäure, Glycolic Acid, Glykolsäure, Hydroxyessigsäure, alpha-hydroxy-acid , Acidum Malicum, Apfelsäure + lockern den Verbund zwischen den einzelnen Hornzellen auf, tote Hornschüppchen können so leichter abgetragen werden

+ können signifikant die Tiefe von Fältchen reduzieren, macht Poren kleiner

Fruchtsäuren reizen die Haut, Haut wird lichtempfindlicher
UV-Filter

 

Ethylhexyl Methoxycinnamate, Benzophenone-3, 2-Hydroxy-4-methoxybenzophenone und Benzophenone-4 + absorbieren UV-Strahlen, bevor sie Falten verursachen können

+ mineralische Filter sind sofort nach dem Auftragen wirksam

Mineralische Filter liegen oft weiß auf der Haut, synthetische Lichtschutzfilter können in den Körper eindringen und ähnlich wie das Hormon Östrogen wirken
Urea + besonders gut verträglich, Hauttalg kann besser abfließen (gut für fettige, unreine Haut)

+ wirkt in hohen Konzentrationen gegen Bakterien

– kann bei verletzter Haut schmerzhafte Hautreizung hervorrufen

– kann in Cremes kristallisieren

 

Diese Stoffe sind schwierig…

… und haben dennoch auch gute Eigenschaften:

Schwierig heißt auch positiv negativ
Silikone Cyclomethicone, Dimethicone, Amodimethicone… + legen sich wie ein Schutzfilm auf die Haut, versiegeln sie gleichsam und schützen gut vor Feuchtigkeitsverlust

+ Make-up haftet besser

+ gelten als allergiefrei, hitzeresistent und lange haltbar

+ günstig

– sorgen dafür, dass man schwitzt, weil sich der Schweiß unter dem Silikonfilm staut

– bei der Herstellung werden gewaltige Mengen des Klimakillers Kohlendioxid freigesetzt

– Silikone gelangen beim Waschen ins Abwasser, sind kaum abbaubar

Mikroplastik Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), PET Polyethylenterephthalat,  PES Polyester, PA Polyamid , PUR Polyurethan, EVA Ethylen-Vinylacetat-Copolymere, PI Polyimid + bessere Wirkung von Reinigungscremes und Co.

+ Bindemittel

– saugt Schadstoffe wie ein Schwamm auf, z.B. Weichmacher, das als krebserregend geltende PCB oder das Insektizid DDT

– Mikroplastik landet in Gewässern, konnte im Trinkwasser, in Milch, Honig, Bier und Softdrinks nachgewiesen werden

Mineralöle Mineral Oil, Vaseline, Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Paraffinum Subliquidum, Cera Microcristallina, Microcrystalline Wax, Ozokerit, Ceresin. + tragen zum Schutz der Haut bei

+ wirken kurzfristig gegen Falten

+ Werden nicht ranzig

+ günstig

+ Lösen keine Allergien aus

– verschließen die Haut, diese kann nicht mehr richtig atmen

– glättender Effekt ist nur sehr kurzfristig

Parabene Methylparaben, Etyhlparaben, Propylparaben, Butylparaben, Isobutylparaben, Isopropylparaben und Phenylparaben, Metagin, Propagin, Oxybenzoesäure / Oxybezoat, Hydroxybezoesäure / Hydroxybenzoat, PHB und Parahydroxybenzoat + kaum Allergie-Potential – Parabene sind der Struktur des Östrogens sehr ähnlich. Da sie über die Haut aufgenommen werden, wird befürchtet, dass sie den Hormonhaushalt durcheinanderbringen, eventuell sogar Krebs auslösen
Aluminium Aluminum Chlorohydrate, Aluminum Chloride, Aluminium Stearate, Aluminum Powder und Aluminum Zirconium Tetrachlorohydrex + zuverlässiger Schweißkiller – kann Juckreiz und Entzündungen auslösen

– Wird in den Körper aufgenommen

– Lymphknoten und Tumorgewebe von Frauen mit Brustkrebs und Gehirne von Menschen mit Alzheimer weisen ungewöhnlich hohe Werte Aluminium auf

 

 

„Wir müssen handeln, bevor das Stadtleben unerträglich wird“

Posted on: September 9th, 2018 by Jeanette Edelmann

Mehr Grün in der Großstadt – dafür kämpft der österreichische Biologe Clemens G. Arvay. Denn Waldklima hat extrem positive Auswirkungen auf Körper und Seele der Menschen – besonders für Stadtbewohner.

Mit Clemens G. Arvay trifft man sich nicht einfach in einem Café oder Konferenzraum. Der Wald ist sein Revier, der Ort, an dem sich der 38-jährige Biologe und Bestseller-Autor (aktuell: „Biophilia in der Stadt“, Goldmann, 22 Euro) zu Hause fühlt. Im wilden Nordteil des Englischen Gartens in München setzt er sich unter eine alte Buche. Beim Reden fährt er immer wieder mit der Hand über den Waldboden: ein geerdetes Gespräch über die Städte der Zukunft und die Bedeutung des Waldes darin.

Herr Arvay, was macht eine Ansammlung Bäume zu einem Wald?

In einem Wald lässt die Pflanzengesellschaft ein eigenes Waldklima entstehen. Dadurch, dass sich das Kronendach der Bäume schließt, bleiben die Substanzen des Waldes im Waldesinneren. Die Luft ist kühler und feuchter als außerhalb. Atmen Sie mal tief ein! Die Luft hier ist anders als in anderen Teilen Münchens. Das ist das ganz besondere Waldklima.

Was macht dieses Klima so außergewöhnlich?

Ich spreche vom heilsamen Trio des Waldes. Dort sind zum einen 3.000 bis 10.000 Anionen – negativ geladene Sauerstoff-Ionen – pro Kubikzentimeter Luft vorhanden, in der Stadtluft dagegen maximal 200 Anionen. Diese Anionen entstehen durch Regengüsse: An den Blättern des Baumes entsteht Reibung, die dazu führt, dass sich Sauerstoff-Ionen negativ aufladen. Das Kronendach der Bäume hält diese Anionen zurück im Wald.

Was bewirken diese im Menschen?

Sie geben beim Einatmen ihre negative Ladung an die Flimmerhärchen in unserer Nase ab und beschleunigen dadurch deren Bewegung. Sie unterstützen uns also bei der Luftreinigung. Das ist gerade für Stadtbewohner wichtig. Eine Studie der Paracelsus-Universität Salzburg hat ergeben, dass Stadtkinder mit Asthma nach Urlauben in Waldgebieten eine signifikante Linderung ihrer Atembeschwerden verspüren.

Was gehört außerdem zum Wald-Trio?

Im Waldboden sind Mikroben enthalten, die nachweislich unser Immunsystem trainieren. Außerdem haben sie eine stimmungsaufhellende Wirkung. Das Wichtigste aber sind die Terpene der Bäume: Das sind so etwas wie bedeutungstragende Moleküle im Reich der Pflanzen, also chemische Wörter, mit denen die Bäume Botschaften an ihre Artgenossen aussenden. Damit warnen sie sich beispielsweise gegenseitig vor Schädlingen. Wir wissen aus medizinischen Studien, dass Stadtbewohner, die in den Wald gehen, mit einer höheren Anzahl natürlicher Killerzellen im Blut zurückkommen, die unter anderem vor Krebs schützen, indem sie potenziell entartete Zellen eliminieren. Waldmedizin ist aber nie ein Ersatz von medizinischer Krebstherapie, sondern immer nur eine vorbeugende oder komplementäre Maßnahme.

Wie lässt sich mehr Wald in den Großstadt-Dschungel holen?

Das versuche ich in meinem Buch „Biophilia in der Stadt“ aufzuzeigen. Mehr Stadtbäume beispielsweise könnten die Luft effektiver reinigen, indem sie Schadstoffe aus der Luft herausfiltern und sekundäre Pflanzenstoffe – also Terpene – an die Luft abgeben. Auch der Anblick von Bäumen hat einen psychologisch positiven Wert: Er baut nachweislich Stress ab.

Stadtplaner investieren aber lieber in Wohn- als in Grünanlagen.

Magistratsabteilung 48 Arvay

Magistratsabteilung 48 / ©Clemens G. Arvay

Trotzdem ist viel Begrünungspotenzial vorhanden. Es müsste nur zum Prinzip werden, bei jedem Neubau der Natur oben zurückzugeben, was wir unten an Grün wegnehmen – etwa durch die Begrünung von Dächern, Terrassen, Balkonen oder auch von vertikalen Flächen. In Mailand etwa gibt es den „Bosco Verticale“, einen Hochhauskomplex mit Bäumen und Pflanzen an der Fassade. In Wien ist ein Verwaltungsgebäude – die Magistratsabteilung 48 – bis auf die Fenster komplett hinter einer Pflanzendecke verschwunden. So könnte sogar mehr Grün in die Stadt gebracht werden, als durch Verbauung vernichtet wird.

Wie sieht die „biophile Stadt“ der Zukunft aus?

Im Idealfall durchzieht ein Netzwerk aus grünen Korridoren diese Stadt– ich nenne sie Biophilia-Korridore, auf denen sich Menschen artgerecht durch die Stadt bewegen können. Auch unterirdisch kanalisierte Stadtbäche müssten wieder ans Tageslicht geholt werden, damit sie die Stadtluft mit Anionen anreichern könnten. Insgesamt besteht dort eine Synthese aus Architektur und Natur, auch aus Kultur und Natur. Das ist meines Erachtens der einzige Weg, das Stadtleben in die Zukunft zu retten, da sonst Schadstoffe und Feinstaub das Stadtleben unmöglich machen werden. In China – ausgerechnet dort wo man oft nur noch mit Atemschutzmaske auf die Straße gehen kann – entstehen nun die ersten echten Waldstädte, etwa in Liuzhou im Süden Chinas. Dort ist das Bewusstsein für den Wald aber erst angekommen, als die Lage für die Menschen unerträglich geworden ist. Ich wünsche mir, dass wir handeln, bevor es auch bei uns soweit ist.

Und was macht der Stadtbewohner bis dahin?

Er sollte so oft wie möglich in die Natur fahren. Nahezu jede größere Stadt in Deutschland hat ja einen Stadtwald – Berlin etwa den Grunewald, Hannover die Eilenriede, Stuttgart den Greutterwald. Mein Lieblingsstadtwald ist die Dresdner Heide, die sogar die geografische Stadtmitte Dresdens erreicht. Vielen Städtern ist gar nicht bewusst, welche Naturoasen sich in ihrer Stadt befinden. Sie fahren am Wochenende raus aufs Land, ohne das Potenzial in der Stadt zu nutzen.

Mehr zum aktuellen Buch von Clemens G. Arvay:

Clemens Arvay Biophilia in der Stadt

   Autor: Clemens G. Arvay, geboren 1980 in Graz, ist Biologe und Buchautor.

   Buch: „Biophilia in der Stadt“ von Clemens G. Arvay, Goldmann Verlag, 22 Euro

 

 

 

HIV positiv und positiv durchs Leben – Interview

Posted on: September 7th, 2018 by Jeanette Edelmann

Die Videoleinwand an der U-Bahn-Station zeigt eine ältere Frau mit strahlendem Lachen, patenter Ausstrahlung, neugierigem Gesicht. „Ich habe #nochvielvor“, steht neben ihrem Kopf, und warum auch nicht, fragt man sich zunächst. Wer so gesund und glücklich aussieht wie die 70-jährige Hildegard aus Lübeck, der darf noch viel vom Leben erwarten, denkt man. Oder?

Hildegard ist HIV-positiv, ihr früherer Ehemann hat sie unwissentlich infiziert. Und auch das wurde 1997 nur per Zufall entdeckt, weil die Lübeckerin regelmäßige Blutspenderin war. Bis man ihr schrieb, dass sich eine Auffälligkeit in ihren Blutwerten gezeigt habe. Und sie zum Arztgespräch bat.

Katholisch, verheiratet, Mutter – und Aids?

„Panik“, sagt Hildegard, „dass ich mit dem Rücken zur Wand zu stehen und in Panik versinke“ – so fühlte sie sich, als der Arzt ihr die Diagnose „HIV-positiv“ mitteilte. Sie, eine heterosexuelle Frau Ende 40, streng katholisch erzogen, verheiratet, Mutter – und Aids? Das konnte doch gar nicht sein.

„Die ersten Monate nach der Diagnose waren ganz schrecklich“, erinnert sich Hildegard. Eine Phase erfüllt von Ängsten: Dass ihr die Lebenszeit davonrennt, dass ihr Sohn alleine aufwachsen muss, dass sie andere Menschen infizieren könnte. Doch darüber reden? Konnte sie zunächst nicht, „da war eine große Sprachlosigkeit, aber auch ein riesiges Schamgefühl in mir“. Fünf Jahre dauerte es, bevor Hildegard ihrer Familie und Freunden von der HIV-Infektion erzählte.

Das Gefühl, nicht allein zu sein

Hilfe und Unterstützung fand sie schließlich bei der Aids-Hilfe Lübeck; dort half man ihr mit Informationen, bei Arztgesprächen und auch ganz allgemein dabei, „die Tage zu überleben“.  Dort traf Hildegard auch andere HIV-positive Heterosexuelle und hatte erstmals das Gefühl, nicht die Einzige und alleine zu sein. Und irgendwann war sie dann soweit, dass sie sich bei der Aids-Hilfe selbst einbringen konnte.

Anderen zu helfen, half im Gegenzug auch Hildegard, „das hat mich wieder aufgebaut.“ Inzwischen ist sie Vorstandsmitglied bei der Lübecker Aids-Hilfe, leitet Treffen und Info-Veranstaltungen, berät HIV-Positive im Gefängnis. Vor allem für erkrankte heterosexuelle Frauen engagiert sie sich, einer Minderheit innerhalb der HIV-Infizierten. Sie kämpft gegen Stigmatisierung und Vorurteile in der Gesellschaft und für regelmäßige Blut-Tests auch bei Heterosexuellen „Dafür ist aber noch viel Aufklärung nötig!“

Glücksmomente zählen

Heute, mehr als 20 Jahre nach der Diagnose, fühlt sich Hildegards Alltag überraschend normal an. Mit nur zwei Tabletten täglich hält sie den HI-Virus in sich in Schach. Und täglich macht sie in ihren kleinen Taschenkalender ein oder auch zwei Kreuzchen. Jedes steht für einen Moment, an dem sie sich glücklich gefühlt hat. „Das sind oft nur Kleinigkeiten“, sagt sie – Augenblicke des Innehaltens, in denen sie sich bewusst macht, wie viel Schönes es doch auf der Welt gibt.

#nochvielvor ist eine Initiative des biopharmazeutischen Unternehmens Gilead Sciences, die über den Alltag mit HIV aufklären will. Hildegard hat nämlich tatsächlich noch viel vor: Gerade hat sie sich an der Uni für Philosophie eingeschrieben, außerdem plant sie eine Reise durch Österreich und an die Orte, an denen sie aufgewachsen ist. Der fünfte Urenkel ist zudem unterwegs. Und Zittergras möchte sie züchten, jenes Ziergras mit den herzförmigen Ährchen, das früher am Straßenrand wuchs, heute aber vom Aussterben bedroht ist. Pläne und Ideen zu haben – Hildegard hält das für unverzichtbar im Leben.

Wenn sie heute gefragt wird, wie es ihr geht, sagt sie fröhlich: „Mir geht‘s gut. Ich würde nicht tauschen wollen!“

Mehr zu Hildegard und Ihrer Geschichte gibt es auch auf youtube zu sehen.

 

Alles, was Sie über Kartoffeldruck wissen müssen

Posted on: September 7th, 2018 by Jeanette Edelmann

Was ist Kartoffeldruck?

Stoffe ganz einfach selbst mit hübschen Drucken verschönern – und als Stempel dient eine Kartoffel, in die man hübsche Motive geritzt hat. Kartoffeldrucke sind ideal, um aus alten Stoffen neue Kunstwerke zu erschaffen. Ob Einkaufstaschen, Tischdecken, Schürzen oder Kissenbezüge- die Ideen sind vielfältig und der Phantasie keine Grenze gesetzt.

Was eignet sich als Stempel

Für den Kartoffeldruck natürlich ganz klassisch Kartoffeln – doch auch Korken, Stangensellerie und runde Reinigungsbürsten, Blätter und Zitronen, sowie kleine Kinderfüße und -Hände sind tolle „Stempel“, die im Nu hübsche Motive hergeben.

In Bastelläden gibt es außerdem Linol- und Gummiplatten zu kaufen.

Wie gehe ich am besten vor?

Den Druckstock (Kartoffel oder Gummiplatte) in der Mitte durchschneiden und das gewünschte Motiv aufmalen. Mit einem Hohleisen oder Messer wird dann das Motiv geschnitzt, bis das Motiv so hervorsteht, dass es als einziges Farbe aufnimmt.

Unser Tipp: als Vorlage können auch Plätzchenausstecher dienen

Muss ich bei der Wahl der Farbe etwas beachten?

Ja, auf jeden Fall. Denn nur spezielle Textil-Druckfarben haften am Druckstock und verteilen sich doch so gut, dass die Farbe gleichmäßig ein schönes Muster ergibt.

Unser Tipp: lieber Stoff-Druckfarben nehmen (keine Färbefarben) und besser diejenigen auf Wasserbasis denn auf Ölbasis. Denn diese trocknen schneller und sind auf hellen wie dunklen Stoffen besser sichtbar.

Was muss ich beim Waschen der Textilien beachten?

Da macht man sich die Mühen und färbt aufwendig – und dann hat man Angst, das Kunstwerk in der Waschmaschine zu zerstören. Deshalb muss die Farbe unbedingt fixiert werden, bevor es in die Wäsche geht.

Und so geht’s: entweder von Links mit höchster Temperatur (ohne Dampf!) bügeln oder den Druck mit einem dünnen Tuch abdecken und bügeln. Dann geht das Waschen in der Regel bis 50 Grad, doch auch hier auf links waschen.

Weitere Anregungen:

Herzen machen sich prima auf Papier für eine Geburtstags- oder Valentinstagskarte. Ritzen Sie in ein Kartoffelherz Rillen, kommt ein buntes, lockeres Muster zustande.

Kartoffeldruck macht Groß und Klein Spaß – und ist eine tolle Idee für die Verpackung der Weihnachtsgeschenke. So wird das lästige Einpacken zu einem Bastel-Event.

Gewitzt: Plätzchenausstecher eignen sich perfekt, um der Kartoffel die Form von Herzen zu geben. Weitere Ideen: Korallen, Halbmonde (in pink mit schwarzen Punkten und grünem Rand sehen sie aus wie Wassermelonen), Birnen, Kleeblätter, Ananas, Ostereier und vieles mehr

Bildquelle: ©shutterstock

 

Ärger mit Paketen – Das können Sie tun

Posted on: September 7th, 2018 by Jeanette Edelmann

Segen und Fluch zugleich: nur wenige Klicks im Internet und schon trudeln so schnell wie nie der neue Schmöker, die schicken Schuhe oder das E-Bike ein. In der Regel.

Denn die Beschwerden, dass ein Paket beschädigt oder gar nicht ankam, stiegen in den letzten Jahren rapide an. Auch ärgerlich: wenn man ganztags zuhause war und am Ende des Tages feststellen muss, dass der Zusteller nicht geklingelt hat, sondern nur eine Nachricht im Briefkasten hinterlassen hat.

Wir haben die wichtigsten Fakten recherchiert und geben Tipps, was Sie tun können, wenn ein Paket beschädigt ankommt oder verloren geht.

Das sollten Sie wissen:

  • Nach einer Frist von 20 Tagen gilt eine Sendung als verloren
  • Innerhalb eines Jahres (von 2016 auf 2017) hat sich die Zahl der Beschwerden vervierfacht
  • Paketdienste bieten unterschiedliche Zustell-Arten an, die in den allgemeinen Geschäftsbedingungen hinterlegt sind (beispielsweise die Ersatzzustellung an Nachbarn, das Abstellen in der Garage etc.)
  • Die Verbraucherzentralen haben mittlerweile eine eigene Anlaufstelle für Beschwerden mit Paketdiensten eingerichtet. Unter der Adresse post-aerger.de können Betroffene ihre Probleme melden und sich über ihre Rechte informieren

Wer ist verantwortlich?

  • Die Pflicht des Händlers ist erfüllt, wenn der bestellte Gegenstand dem Paketdienst übergeben wurde. Ist das Paket also auf dem Weg zu Ihnen verloren gegangen, ist der Paketdienst zuständig
  • Geht das Paket verloren, weil es (ohne vorherige schriftliche Absprache) vor der Tür abgestellt wurde, haftet der Zusteller
  • Nachbarn haften für angenommene Pakete, falls diese verloren gehen oder defekt sind: deshalb keine Sendung annehmen, die erkennbar beschädigt ist

Das können Sie tun, um das Risiko zu minimieren, dass eine Sendung verloren geht:

  • Wenn Sie bestellen, möglichst darauf achten, dass es voraussichtlich nicht an einem Samstag zugestellt wird, denn dann ist das „Verlust“-Problem mit Abstand am größten
  • Wer privat etwas versendet, sollte möglichst nicht die Versandart „Päckchen“ wählen. Denn bei Päckchen gibt es keine Haftung und keine Dokumentation bzw. Sendungsverfolgung; das ist bei der Deutschen Post nur bei Paketen der Fall
  • Und wer etwas bei ebay privat kauft, sollte wissen, dass das Risiko für den Versand beim Empfänger liegt
  • Wenn Sie wissen, dass Sie zum Zeitpunkt der Zustellung nicht zuhause sein werden, geben Sie alternative Zustellungsmethoden an, beispielsweise einen Paket-Shop, Ihren Nachbarn oder einen anderen Wunschtermin
  • Wollen Sie, dass Ihr Paket garantiert an einem bestimmten Datum ankommt, sollten Sie die Zustellart Expressversand wählen, denn alle anderen Laufzeiten sind lediglich sogenannte Regellaufzeiten

Auf gute Nachbarschaft im Internet

Viele Menschen wünschen sich eine Nachbarschaft, in der echte Gemeinschaft gelebt wird. Und organisieren sich deshalb im Internet. Wie das geht und was unsere Autorin im Selbstversuch erlebt hat, lesen Sie im plus Magazin, Ausgabe 8/2019 – das Heft können Sie hier online nachbestellen!

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Köstlicher Apfelkuchen – Unsere Lieblingsrezepte

Posted on: September 6th, 2018 by schwarzwaldmaid

Der Apfel zählt nach wie vor zu den beliebtesten Obstsorten der Deutschen. Kein Wunder eigentlich, denn das saftig süße, manchmal auch saure Früchtchen ist ein echter Allrounder, der vom deftigen Sauerkraut bis zum süßen Apfelkücherl alle Rezeptrubriken bedient.

Am liebsten jedoch ist uns der Apfel immer noch im Kuchen. Die plus-Redaktion hat sich deshalb mit Apfelbotschafter und Sternekoch Andi Schweiger unterhalten. Er verrät uns im Interview, welche Apfelsorten sich am besten zum Backen und Kochen eignen.

Der beste Apfel

plus-Redaktion: Herr Schweiger, Hand aufs Herz: Welcher ist Ihr Lieblingsapfel?

Schweiger: Zum Essen zwischendurch am liebsten den süß-säuerlichen, bissfesten Elstar. Er ist sehr saftig, ideal für Apfelsaft. Den mache ich gerne selbst: 1 Kilo Äpfel entkernen, würfeln, mit 1 l Wasser aufkochen. Apfelstücke zerstampfen, etwas Zucker dazu und durch ein Sieb drücken.

plus-Redaktion: Und welche Sorte empfehlen Sie zum Backen und Kochen?

Schweiger: In Desserts oder Kuchen, wie Apfelstrudel und Apfelkuchen vom Blech, schmecken säuerliche Sorten wie Jonagold oder Holsteiner Cox sehr gut. Für Herzhaftes sind süße Sorten wie Gala oder Golden Delicious besser.

Das ist der Lieblings-Apfelstrudel der Redaktion

So geht der Original Südtiroler Apfelstrudel aus unserer Heft Ausgabe 1018:

Zutaten: 300g Mehl, 150g Buter, 1 Eigelb, etwas Milch, 1 Prise Vanillezucker, Abrieb einer halben Zitrone, 1,5kg Äpfel (am besten sind Gravensteiner, die nicht zu frisch sind), 100g Zucker, etwas Rum, 100g geriebene Haselnüsse, Saft einer Zitrone, 1 Prise Zimt, 1 EL Butter, 1 Ei

Zubereitung:

  1. 300 g Mehl, 150 g Butter, 1 Eigelb, etwas Milch, eine Prise Vanillezucker und den Abrieb einer halben Zitrone auf einem Brett zu einem homogenen Mürbeteig verkneten. Etwa 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen und ein Backpapier auf ein Blech legen.
  3. 1,5 kg Äpfel schälen, entkernen und dünn hobeln. Mit 100 g Zucker, etwas Rum, 100 g geriebenen Haselnüssen, Saft einer Zitrone und einer Prise Zimt vermengen. 1 EL Butter in einer Pfanne zerlassen und darin Äpfel leicht andünsten.
  4. Mürbeteig zu einem gleichmäßig dicken Oval ausrollen und aufs Backblech legen. In der Mitte die Äpfeln gleichmäßig verteilen. Teigränder übereinanderschlagen und mit verquirltem Ei bestreichen.
  5. Strudel etwa eine halbe Stunde goldbraun backen. Herausnehmen und einige Minuten abkühlen lassen. Vor dem Servieren (am besten noch lauwarm) mit Puderzucker bestreuen.

Und das ist der Lieblings-Apfelkuchen der Redaktion

Zutaten: 350 g Butter-Flocken, 320 g Mehl, 80 g gemahlene Mandeln, 180 g Zucker plus 4 EL Zucker, Salz, 2 Eigelbe, Mark aus 2 Vanilleschoten, 2kg Äpfel, Mandelblättchen zum Bestreuen

Zubereitung:

  1. 250 g Butter-Flocken mit 320 g Mehl, 80 g gemahlenen Mandeln, 180 g Zucker und Salz zu feinen Streuseln reiben. Mit 2 Eigelben und kaltem Wasser zu einem Mürbeteig kneten. In Folie eingepackt 30 Minuten kalt stellen.
  2. Mark aus 2 Vanilleschoten herauskratzen. 2 Kilo Äpfel schälen, Hälfte in Stückchen schneiden und mit Vanillemark, 60 g Butter, 4 EL Zucker und 8 EL Wasser aufkochen lassen. 15 Minuten zu Kompott kochen.
  3. Rest Äpfel in Spalten schneiden, mit Zitronensaft beträufeln. Teig auf Blech ausrollen, Kompott verstreichen, Apfelspalten auflegen. 40 g Butterflocken darauf verteilen. Bei 200 Grad 40 Minuten backen, mit Mandelblättchen bestreuen. Guten Appetit!